Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Journal
- Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Volume
- 1836
- Issue
- Heft 2
- Article
- Frankfurt [Nachricht]
- Date
- 1836-01-01
- Page
- Seite 393 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
- correspondence
- OCR quality
- 96% known words query
- IRI
…/2929020-2929026-2929029--1189-2930425- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Nachrichten. 393 aber, daß zu viele Köpfe und Hände dem Producircn der Lnxusproducte sich zuwenden, welche alle dem Produciren der -wahre» Lebensbedürfnisse entzogen werden, mußte die kluftmäßige Ungleichheit in der menschlichen Gesellschaft gesteigert werden. Während der arme Mann seinen täglichen Verdienst aufzehrte, häufte der Reiche seine Geldsumme auf, und jener, der seine Kräfte nur in des letztem Dienste übte, mußte diesem, um seine Kinder nicht verhungern zu lassen, immer mehr unterthan werden. Dieses Mißverhältnis; muß schwinden, wenn jeder sein Stückchen Brod selbst pflanzen kann, und in den Stand gesetzt ist, seine nöthigstcn Bedürfnisse zu decken. Dies zu bewirken, ist die Aufgabe einer jeden landwirthschaftlichen Schule, und sie löst sie dadurch, daß sie bei den Neichen Liebe zum Landban erregt, und ihnen zeigt, wie sie durch ihn ihrer armem Brüder Leben fristen können, ohne von ihnen belästigt zu werden. Es ist nun auch Sache einer guten Erziehung, den Reichen einzuschärfen, daß die Güter, die sie besitzen, ihnen von Gott zum Nutzen und Frommen der lei- -» denden Menschheit gegeben, daß der ärmere Bruder ein eben so nützliches und nothwendiges, also eben so achtungswerthes Mitglied der menschlichen Gesellschaft sei wie der Reiche. Dem Armen muß der Erzieher zeigen, daß nur durch Fleiß und Arbeitsamkeit er eine achtungswerthe Stellung in der menschlichen Gesellschaft einnehmen könne und nur durch sie ihm ein glückliches Loos zu Theil werde. Indem beide, der Reiche wie der Arme, gemeinschaftlich auf dem Felde arbeiten, wird auf der einen Seite dem stolzen, groß sich dünkeuden Herabsehcn des Erster» auf den Letzter», aus der andern Seite dem kriechenden, neidischen Hinaufblicken des Letztem auf den Erster» cntgegengearbeitct. Der Landbau soll aber auch den Zögling an regelmäßige, umsichtige Arbeit gewöhnen, und ihm Gewandtheit und Scharfsichtigkeit geben. Wir werden ferner unsere Zöglinge eben so wohl in Arbeiten von freier Hand als auch mit Maschinen, sowohl in den kleinsten und leichtesten als auch in den wichtigsten und schwersten, üben. Technische Uebung. - Zeder Erzieher weiß, welchen Nutzen technische Uebungen