Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Journal
- Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Volume
- 1836
- Issue
- Heft 2
- Article
- [Rezension] / B. H.
- Date
- 1836-01-01
- Page
- Seite 362 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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362 N e e e n s i o n e n. ' welches um Gottes und der Wahrheit willen auch das härteste Joch sich gerne auferlegt. Wo ein solcher Geist seine Saaten streut, da wird die Frucht nicht ausblciben. — Hielten wir freilich dafür, daß in diesem Werke wirklich Alles geleistet sei, wachzu leisten unternommen wird; hätte uns eine sorgsame, ernste und vorurtheilslose Prüfung das Resultat geliefert, daß die Fragen, welche hier aufgeworfen worden, vollkommen gelöst seien: wir würden nicht blos von einer freudigen Erscheinung unter den gegenwärtigen Bestrebungen im Judenthume sprechen. Es müßte dieses Werk — ohne alle Ucbertreibung gesprochen — in der Thal im Namen der ganzen Menschheit selbst mit dem lautesten Jubel begrüßt werden; mit ihm müßte eine neue Eutwickclungsepoche der Weltgeschichte beginnen. Denn cs verheißt nicht weniger, als '-einen lange und schwer entbehrten Aufschluß über das schwierigste Problem und die heiligsten Angelegenheiten des Menschen." Es verspricht gewisse und allgemein gültige Kriterien, durch welche zu erkennen sei, daß irgend eine Antwort auf die höchsten Fragen, welche sich das menschliche Denken nur immer setzen kann, die seit Jahrtausenden den Menschengeist beschäftigten, die unabweisbar richtige sei. Es würde fernerhin die Anerkennung der heiligsten Wahrheiten nicht mehr von einer innern Kräftigung und Erhebung zur höher» Weltansicht, nicht mehr vom Glauben abhängig sein; dieser wäre nicht mehr das Resultat der zum Bewußtsein gebrachten, über die Endlichkeit hinausrekchenden, höher» Hinweisungen in den gcsamriv ten Welt - und Menschenerscheinungen, verbunden mit der Anerkennung der Schwäche und Beschränktheit alles Geschaffenen, gegenüber der, unerforschlichen, unendlichen Heiligkeit des überall waltenden Gottes und Schöpfers. Ausgesöhnt wären nun Glauben und Wissen; kein Widerstreit fände mehr Statt zwischen dem einen, dem Menschen eingepflanzten, Drange, die innere Befriedigung und Glückseligkeit zu genießen, welche durch die Ruhe der ausgesöhuten Triebe, wie durch jene, der befriedigenden Lösung aller Räthsel eutgegenharrende, Zuversicht, gewähret wird, und zwischen dem andern, eben so mächtig in