Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Journal
- Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Volume
- 1836
- Issue
- Heft 2
- Article
- [Rezension] / B. H.
- Date
- 1836-01-01
- Page
- Seite 361 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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Die Offenbarung rc., von Stemheim, 361 gen erachten. Bei Werken dieser Art mögen wir mit frohem Herzen und hoffnungsvollem Blicke eine schöne Zukunft ahnen, wo das Gebäude des Judenthums wieder aus seiner, durch die Zeit herbeigeführten, Verunstaltung hergestellt sein wird, hergestellt auf seinen unerschütterlichen Grundlagen, in verjüngter Gestalt, geräumig, licht, zum Himmel emporstrebend — ein Tempel der Menschheit. Wohl ist es — wie zur Zeit der Rückkehr aus dem babylonischen Erste — noch nicht vergönnt, in ungestörter Ruhe an dem begonnenen Baue zu arbeiten; die Waffe in der einen Hand, muß mit der andern das heilige Werk unternommen werden. Aber die Träger der Gottesverehrung durch die Jahrtausende der Weltgeschichte, denen Gott und höheres Leben stets Alles, alles Andere aber, „von dem Scheiterhaufen bis zur Entziehung bürgerlicher Rechte hin"— Nichts war, sie werden stets des höhern Zieles eingedenk bleiben und niemals vergessen, warum und wofür sie kämpfen. Wie der Verfasser des vorliegenden Werkes in die hohe Gotteslehre ganz aufgegangen ist, obgleich und vielleicht gerade weil er die Schranken zeitlicher Gestaltung hinweggeworfen, also soll auch überall der Geist durchdringen, soll sich aus der Zersplitterung und "Zerstreuung" heraus, wieder die ganze, menschenerhebende, weltbeherrschende Idee Herstellen, um stets über Sinnenwelt und Sinnlichkeit zu erheben, Diener des einen, über alle Endlichkeit erhabenen Gottes zu bilden — heilig, rein, bruderliebend. — Der kräftige Beitrag für die Erweckung eines solchen inner« Lebens also, welchen gegenwärtiges Werk liefert, wäre zugleich der schönste Erfolg, den wir von ihm erwarten dürften. Auch der Gewinn jedoch, welchen der Wissenschaft des Judenthums dieser-^- zuerst und mit so vieler Kraft unternommene— Versuch, einerst ihrer wichtigsten Theile zu bearbeiten, bringen wird, muß jedenfalls hoch geachtet werden, wie auch das Urthcil über das Resultat des Ganzen sich im Uebrigen gestalten möge. Gewinn genug ist schon der in demselben waltende Geist der ernstesten Forschung, das mit der aufrichtigsten Hingebnng uns entgrgentretende Streben nach Erkenntm'ß,