Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Journal
- Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Volume
- 1836
- Issue
- Heft 2
- Article
- [Rezension] / B. H.
- Date
- 1836-01-01
- Page
- Seite 360 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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360 R e c e n f i o n e n. zwar niemals eine gefährliche Stellung angenommen, und es war gewiß ein eben so ungerechter als unverstandener Borwurf, wenn man eine, ans den ältesten historischen Zeiten sich ununterbrochen herleitende, in einfacher aber inniger Weise stets die allwaltende Vorsehung und die Göttlichkeit ihrer Lehre anerkennende, Glaubensgemeinde beschuldigte, sie betrete — wie es nach einer eigenthümlichen Ausdrucksweise so oft heißt— den Weg eines blosen Deismus oder einer kahlen Vernunftreligion, sobald sie es unternehme, äußere, im Laufe der Zeit erstorbene oder bei ihrer Entstehung schon todt geborene, Formen und mit ihnen auch spätere Autoritäten anzugreifen. Von einzelnen —durch die hervorgerufene Verwirrung erklärlichen, durch äußeren, politischen wie wissenschaftlichen, Einfluß genährten — Abirrungen abgesehen, war der Kampf stets nur kn der Richtung auf die äußere Form begriffen, war und ist er, wenn auch oft unbewußt, gerade auf derjenigen Seite, welche den Angriff unternimmt, ein Kampf fü r den Glauben und dessen ewige Wahrheiten. Es gilt eine Wiedererweckung des erstorbenen, in bloses Außenwerk geflüchteten, Glaubens; der Ruf des Geistes, der in unserer Zeit in dem Judenthume allenthalben wiederhallet, ist nichts Anderes, als eine Anmahnung zur innerlich erzeugten lebendigen That statt des blos äußern Thuns. — Dennoch aber liegt es nicht blos in der, der einen Seite eigenthümlichen, aber natürlichen, starren Hartnäckigkeit, wenn jene Bewegungen so erschütternd, der Kampf so heftig geworden. Form und Idee, Geist und Leib sind gerade im Judenthume in so inniger Verbindung, daß es den Anschein hat, als werde dem ganzen lebendigen Organismus Gefahr gedroht, sobald man nur an einzelne äußere Theilchen Hand anzulegen wage. Es ist daher um so eher Pflicht, bei dem Kampfe, der sich in den Außenwerken ent- ' spönnen, stets dahin zu wirken, daß das Heiligthum selbst gewahret bleibe. Das vorliegende Werk hat sich eine solche Aufgabe gestellt, und wir begrüßen es daher mit aller Freude, welche der dasselbe beseelende Geist erregen muß, wenn wir auch die Lösung der Aufgabe selbst für nicht gelun-