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Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie · 1836-01-01 · Heft 2 · p. Seite 354

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Journal
Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
Volume
1836
Issue
Heft 2
Article
[Rezension]
Date
1836-01-01
Page
Seite 354 (sequence 4)
Language
German
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354 R e t e n s i o n e n. Lebens?" (Unter diesem Buche ist nämlich der Orach Chajim, der erste Theil von Karo's Coder zn verstehn). Für unsere Zeit aber sind ja diese, für eine andere Zeit bestimmten, Gesetze durchaus unmöglich zu erfüllen, wegen der vielen Hindernisse, die sie überall kn den Weg legen. Man wende nun aber den Blick nicht auf die reformirenden Bestrebungen der Zeit, die eben das Judenthum dem Begriffe der Menschenbcstimmung und den Zeitanforderungen anzupaffen suchen; denn Dies sei ja eben ein Verschmelzen von zwei einander widerstrebenden Elementen , und besser wäre ja, den dem Judenthume fremden Begriff selbstständig consequent durchzuführen. Ucberdies fehle cs ja auch in diesen Bestrebungen an Einigkeit und Autorität, so daß sie Stückwerk seien. »Entschuldigen Sie, l. Fr., daß ich so frei gesprochen, obgleich ich weiß, daß Sie dies Alles sehr verehren, auch wohl als Rabbiner müssen, Standes halber; doch traue ich Ihnen... so viel Liebe gegen mich zn, daß Sie in Ihrer Antwort Ihres Standes vergessen werden." — Fassen wir unfern Zweifler näher ins Auge, nicht um des eitelst Vergnügens willen, zu ergründen, inwiefern die Charakterzeichnung gelungen sei , sondern um von Vorn herein Stellung und Gang der ganzen Schrtst zn erfassen. Sollte wohl dem Manne, der mit so entschiedenem Widerwillen, wenn auch mit geängstigtem Herzen, sich dem Judenthume in seiner bestehenden Gestalt abwendet, sollte ihm nicht auch einmal die Frage nach seiner Verbindlichkeit gekommen sein? Sollte der Mann, dem so viele Bibel--und Thalmudkcnntniß zugctraut wird, daß er allen darin angestellten Forschungen wenig- > stens nachgehn kann, sollte der niemals auf die Bedenklichkeit gekommen sein, ob Bibel, Thalmud und spätere rabbim'sche Schriften alle so in einem Geiste geschrieben, sie alle Thekle eines einigen und untrennbaren Ganzen seien? Sollte er auch wohl niemals auf den Gedanken gerathen sein, daß doch wohl ein Geist zuweilen im Judenthume, ja durch sein Ganzes spreche, der mit den vielen Einzelheiten Ln dem grellsten Widerspruche steht? Warum verschweigt er diese Zweifel dem Freunde, dem er so vertrauensvoll das Herz öffnet? Denn er hat es nunmehr r«

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