Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Journal
- Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Volume
- 1836
- Issue
- Heft 2
- Article
- [Rezension]
- Date
- 1836-01-01
- Page
- Seite 341 (sequence 11)
- Language
- German
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Reggio, Thorah u. Philost in ihrer Versöhnung. 341 Völkern, als Symbol der Verführung. Es ist bis jetzt keinem Israeliten eingefallen, aus diesem verbotenen Genüsse die schlechte moralische Tendenz des Menschen, die Verwesung seines Körpers u. s. w», wie es unser Vfr. thut, abzuleiten*)-?) Das Judenthum, allen subtilen Fragen in Gegenständen abhold, die, weil über die Gränze des menschlichen Denkvermögens hinausgehend, nur zu inner» Widersprüchen und daher zu Zweifeln führen, und somit zur Entnervung der sittlichen Kraft, setzt den Menschen voraus, wie es ihn vorfindet, auf der einen Seite mit seiner Sinnlichkeit, auf der andern mit dem l-öhern Streben nach sittlicher Entfaltung und wahrer Ausprägung seiner Menschenwürde in Thaten, welche von der freien Wahl, die ebenfalls als vorhanden angenommen wird, begünstigt wird. Adams Sünde ist ihm daher bloß ein Bei-» spiel, wie die menschliche Sinnlichkeit das reine Glück im Stande der Unschuld zerstört, und die Drohung Gottes, daß er am Tage, da er von der verbotenen .Baumfrucht genieße, sterben müsse, ist ihm nicht das Einfuhren eines neuen, sonst fern gebliebenen Ereignisses, des Todes, in die Schöpfung, sondern ein durch die Schuld blös früheres Herbeiführeu der früher oder später doch eintretenden Auflösung. Noch we- Niger aber ist ihm die Sünde Adams mehr, als bloses,Prototyp der durch menschliche Sinnlichkeit unvermeidlichen Trübung völliger Unschuld, also keineswegs wirkende Ursache für sündhafte Neigungen der später» Geschlechter. Die Lanze Bibel enthält nicht eine einzige Erinnerung an diese, nach der andern Ansicht, so unheilschwangere Begebenheit, die als kräftiges Anregungsmittel hätte dienen sollen, um jenen inner» Fehler in sich auszügleichen. Die Stelle Ies. 43, 27:. Dein erster Vater sündi^l^, wird von allen alten Uebersetzern und Erklärern, wohl mit Recht, gar nicht auf Adam bezogen, und selbst nach Kimchi, der, mit christl. Schriften bekannt, wohl christl. Einflüsse folgte, wenn er in einer Erklärung sie auf Adam bezieht, wird derselbe blos als Beispiel menschlicher Sündlichkeit angeführt, denn, wie K. hinzusetzt, --der Trieb des menschlichen Herzens ist böse von Jugend an." Man dachte sich daher unter der Schlange auch keineswegs den Teufel, da es gar nicht des bösen Princips bedurfte, um Sintrlichkeit in den Menschen erst neu einzustreuen , sondern blos