Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Journal
- Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Volume
- 1836
- Issue
- Heft 2
- Article
- [Rezension]
- Date
- 1836-01-01
- Page
- Seite 338 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 96% known words query
- IRI
…/2929020-2929026-2929029-2930169--1086-2930370- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
338 R e c e n s i o n e n. sich in dem gewöhnlichen Guten oder Bösen zu erkennen giebt, welches Gott den Menschen zntheilt, ist allen menschlichen We» sen gemein; diese, die ungewöhnliche Vorsehung, kömmt blos den Israeliten zu. Belohnungen wie Bestrafungen sind hier beide in viel höherer Potenz. Diesen beiden Arten der göttlichen Leitung entsprechen zwei verschiedene Maße von Pflichten. Det Gottesdienst ist dcmnach auch der natürliche, der ben Gesetzen der natürlichen Religion gemäße, oder der außerordentliche, der in den mosaischen Gesetzen vorgeschriebene. Israel, zu einer besvndern Führung bestimmt, ist auch zur Beobachtung besondrer Gesetze verbunden. Dies Verhaltniß drückt sich unserm Verfasser in den Worten ans: Sie sollen mir ein Volk und ich will ihnen ein Gott sein. — Dies ist die Grundlehre des jüdischen Glaubens. Während ein großer Theil der maimonidischen Principien aus Grnndlchren der natürlichen Religion besteht, und eben darum nicht hieher gehört, sind die übrigen unter dem einen Grundsätze enthalten: daß Gott zwar der Vater des ganzen Menschengeschlechtes, aber ganz besonders der Gott Israels sei, und daß Israel seinerseits zwar in Gemeinschaft mit allen Völkern zu den Pflichten der natürlichen Religion verbunden, doch als Volk Gottes, noch besondere Pflichten, die des mosaischen Gesetzes, zu erfüllen habe. — Allein warum hat Gott bejondre Verpflichtungen, so wie besondre Leitung einem Volke von dem andern zugetheilt? Die Mendelssohuische Behauptung hatte dadurch, daß sie dem ganzen Peutatenche das Gepräge der Volksgeschichte aufdrückte, und die Religionslehre zum Staatsgesctze gemacht hatte, im Grunde den Israeliten keinen so hohen Vorzug znerkannt, und so, wenn auch diese Frage, wie bereits angedeutet, nicht beantwortet, doch nicht mit solcher Kraft gegen sich herausgefordert, wie unser Vfr. Gleichwohl hat er seine Antwort in einer Behauptung, die innerhalb des eigentlichen Judenthums völlig neu und unerhört ist. Er erzählt uns nämlich, daß zur Zeit der Schöpfung Alles, Natur und Mensch, in einem vollkommenen Zustande gewesen. Die Erde hatte keine feuerspeienden Berge, die Lust feinen zerstörenden Blitz, die Thiere keine wilden