Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Journal
- Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Volume
- 1836
- Issue
- Heft 2
- Article
- [Rezension]
- Date
- 1836-01-01
- Page
- Seite 336 (sequence 6)
- Language
- German
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338 Rezensionen. ger zu unnatürlicher Streitsüchtelei herabgewürdigt worden; denn auch hierin schloß man sich den Altvordern an, die sich nur an einfache , verständliche und kurze Entscheidungen und Erklärungen gehalten hätten. War man auch in späterer Zeit minder productiv, so reperducirte man doch das Alte mit vieler Gewandtheit. Ein strenger Gegensatz zwischen dem thalmudischen Glauben und dem philosophischen Wissen hatte sich dort niemals hervorgcbildet, und darum schon schloß man sich hinsichtlich Mendelssohns der letzteren Richtung an. So wie Mendelssohn selbst zuerst seinen Hang zur Weltweisheit an den Schriften des Maimonides befriedigt, und seinen Bildungsgang immer in einer mit dem Glauben eng verschwisterten Schule verfolgt Hatte, so schlossen ihn die Jtaliäner. auch ihren Studien an, und setzten zu den Namen Abrabanel, Chisdai, welche ihre letzte Epoche bezeichnet batten , nun den Mendelssohns. Erst der Gang, den die Studien der Philosophie in ihrem Norden, in Deutschland machten, wandte ihr Auge auf die Gefährlichkeit derselben, und dort lernten sie den eigentlichen Gegensatz in seinen Folgen kennen. Nun war es an der Zeit, sowohl die eigne Bahn, welche man betrat, als auch die entgegengesetzte mit scharfem Auge zu überblicken und abzuwägen, diese abzuweisen und jene von den Steinen zu reinigen, die sie vielleicht unwegbar machten; die bereits oben erwähnten Fragen mußten gelöst und beantwortet werden. Wenn Mendelssohns Behauptungen von dieser Seite her einer Ergänzung und Vervollkommnung bedurften, so mochte auch in andrer Rücksicht Manchem die Erklärung des mosaischen Glaubens zur reinen Staats'gesetzgebung, des Verhältnisses Gottes in demselben als wirklichen Fürsten, wie es Mendelssohn dargestellt hatte, für ein nicht sehr edles gelten. Es war der volle Druck des vorigen Jahrhunderts, und die dadurch bewirkte schmerzliche, enge, ideelle Verkettung unter den Juden nöthkg, um in der Zerstreuung die Starrheit und Kälte eines Gesetzes nicht zu fühlen, welches höchstens in Gemeinschaft geübt, von Wirksamkeit auf die Empfindung sein konnte. Um so weniger genügte diese Darstellung der Gegenwart, wo ein