Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Journal
- Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Volume
- 1836
- Issue
- Heft 2
- Article
- [Rezension]
- Date
- 1836-01-01
- Page
- Seite 335 (sequence 5)
- Language
- German
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Reggio, Lhorah u. Milos, in ihrer Versöhnung. 335 m'algesetzes folge? wenn das Gesetz zur Seligkeit des Einzelnen außerhalb des Staates ebenfalls nöthig sei, wie sich Dies mit der umfassenden Liebe Gottes gegen alle Menschen vereinen lasse? und wenn nicht, wie die Seligkeit des eines Volkes von andern Bedingungen abhängen könne, als die des andern? Diese und mehre Fragen, welche jene jüdischen Rationalisten nicht lösten, sondern mit der Scharfe Kantischer Kritik in ihrer Wurzel aufhoben, harrten hier der Antwort, und mußten spätem Verfolgern dieser Richtung reichlichen Stoff gewähren. In Deutschland, wo seit Jahrhunderten jeder Hang nach Wissen unter den Israeliten erstickt, der vernünftige Glaube dem Studium des Thalmud mit seiner Alleinherrschaft gewichen, und an den s. g. hohen Schulen, an welchen sich Hunderte von Jünglingen um einen berühmten Rabbi drängten, selbst das Lesen der ältern Schriften eines Saadiah, Maimonides, Aldo u. Averketzert war, mußte sich die plötzlich durch Mendelssohn angeregte Begeisterung für die Philosophie zur verzehrenden Flamme, und die Verbreitung des Kantischen Kriticismus zum schneidenden Schwerte für den positiven Glauben und das Ceremonialgesetz gestalten. Hier verfolgte man die erste Richtung. Eine scharfe Reaction machte sich in revolutionärer Gestalt geltend, und wie nach den Gesetzen der Natur das nach einer Richtung geschwungene Pendul eben so weit sich wieder nach der andern Seite hinschwingt, so verfolgte man nun das entgegengesetzte Bestreben, das Licht der natürlichen Religion nicht nur über das positive Ceremoniel strahlen zn lassen, sondern das Gerüste dieses als weder ortnoch zeitgemäß gänzlich abzutragen, und statt seiner aus den Bausteinen seines Fundamentes und Zweckes das neue Gebäude zu errichten. Als Repräsentanten mögen hier Lazarus Bendavid, Friedländer, Wolfssohn genannt werden. — Anders war es in Italien. Hier hatte sich immer das Studium der theologisch-philosophischen Schriften des elften und zwölften Jahrhunderts erhalten; mit ihrem Geiste durchdrang man gleichmäßig zn allen folgenden Zeiten daS Erfühl für den Glauben; das Thalmudstudmm war dort wem»