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Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie · 1836-01-01 · Heft 2 · p. Seite 296

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Journal
Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
Volume
1836
Issue
Heft 2
Article
Der Grundzug der Liebe und dessen Entwickelung im Judenthum
Date
1836-01-01
Page
Seite 296 (sequence 12)
Language
German
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296 V. Der Grundzug der Liebe wirkende Liebe sich kund gebend, die Alles umfaßt, Alles durchdringet und belebet, und es bleibt uns zunächst übrig , die Entwickelung dieses Begriffs im Allgemeinen nachzuweisen. Eine jede Religion, mag sie ihre Stütze in der äußern Natur oder in der eignen Menschenbrust, oder in einer besonder» göttlichen Offenbarung suchen, muß in ihren Lehren entwickelnd fortschreiten, und kann in ihrer Vollendung nicht mit einem Male uns vorgeführt werden. Von den beiden ersten Arten liefert das Heioenthum und die sogenannte Vernunftreligion, jenes in seinen verschiedenen Götterreihen *), diese als auf dem natürlichen Erkennen beruhend, in der Natur dieses Erkennens selbst, die bestimmten Beweise, und diesen Charakter auch einer eigentlichen Offenbarung mögen folgende Bemerkungen kurz zeichnen. Eine Offenbarung, die sich als unveränderlich darstellt, einer ewigen Stabilität huldigen würde, trüge eben darin den Stempel ihrer Ungöttlichkeit unläugbar an sich. Allerdings soll die Religion das Feststehende in den Schwankungen des Lebens sein, das Ewige in dem Vergänglichen, aber sie darf nicht ein Starres, ewig Todtes, sondern gerade soll sie ein Ewiglebendes sein. Leben aber ist Bewegung, und nur der Tod bewirkt den Stillstand; nie umgekehrt der Stillstand den Tod. Wo das Leben sich frisch beweget, da ist Fortgang, Steigerung, Aufschwung, und diese Steigerung, nicht der Stillstand, der in den einzelnen Ledensäußerungen der Natur auf dem Gipfel der Bewegung allerdings wieder eintritt, vorbereitend die zweite ') S MontzMytholozie S. t — 65.

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