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Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie · 1836-01-01 · Heft 2 · p. Seite 293

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Journal
Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
Volume
1836
Issue
Heft 2
Article
Der Grundzug der Liebe und dessen Entwickelung im Judenthum
Date
1836-01-01
Page
Seite 293 (sequence 9)
Language
German
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und dessen Entwickelung im Judenthume. 293 aufnimmt, dort dagegen nur ihre Auserwählten, die sie mit besonderer Gnade anlächelt, fromm sein läßt — Begriffe, wie nur Einseitigkeit sie erzeugen konnte—, kennt das Judenthum durchaus nicht, und einer solchen Ansicht von dem Principe der Liebe mußten wir daher gleich im Voraus durch feste Bestimmung seiner Geltung in dem Judenthume mit allem Nachdrucke widersprechen; einen jeden Mann richte ich nach seinen Wegen, spricht sein Gott *). Der Mensch bleibt in seiner angebornen Mürde, die weder durch phantastische Liebe, noch durch grundlose Ausschließung aus dem Reiche der Gnade verkümmert wird, als ein nach unbeschränkter Willensfreiheit handelndes, .nicht jedesmal der unmittelbaren Erhebung und Erweckung zur Frömmigkeit bedürftiges, und deßwegen für alle seine Handlungen verantwortliches Wesen. „Sprechet Heil dem Gerechten, er genießet die Frucht seiner Werke; wehe aber dem Bösewicht: Die Vergeltung seiner Werke trifft ihn (Jes. 3, 10. 11.). Geist und Herz sind im Judenthume unzertrennlich verbunden, Verstand und Gemüth, wie im Menschen selbst, in der den Menschen gegebenen Religion. Doch jener ist das Fundament, das Princip, dieses der demselben zwar nicht unter-, aber beigeordnete Charakter. Deßwegen weist auch das Judenthum so häufig auf die Betrachtung der Natur hin, als Stütze der Religiosität und der Gotterkenntniß, da in ihr Verstand und Gemüth, Gerechtigkeit und Liebe auf Vgl. 2 Mos. .34, 6. 7. Mit der herrlichen Stelle 33, LI - 20. wozu vergl. 3, 16 — 22. u. C. 18. Zer. 16. 7 —.10., auf welche Stelle wir jedoch später wieder zurückkommen werden; Vgl. Zer. 32, 19. Ez. 7, 4- 27.

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