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Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie · 1836-01-01 · Heft 2 · p. Seite 290

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Journal
Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
Volume
1836
Issue
Heft 2
Article
Der Grundzug der Liebe und dessen Entwickelung im Judenthum
Date
1836-01-01
Page
Seite 290 (sequence 6)
Language
German
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260 V. Der Grundzug der Liebe pfer, sein Werk ist ohne Fehl, alle seine Wege sind das Recht, er ist der Gott der Treue, ohne Unrecht, gerecht und gerade ist er." Sowohl die Belohnung als die Bestrafung, die der Herr über die Menschen verhängt, sind nach der strengen Gerechtigkeit, ohne Vorliebe und Vorurtheklausgetheilt, bemerken hiebei die Midraschim *). Eben so spricht der Psalmist sich aus Ps. 119, 160 Der Änfang (xrinLixiuin) Deines Gesetzes ist Wahrheit.— Da wir hier dem Ausdrucke Wahrheit zuerst begegnen, so müssen wir uns dessen Bedeutung klar zu machen suchen, und die Gelegenheit Dieses zu unternehmen, ist uns um so willkommener, als wir damit um so sicherer zeigen können, daß die Liebe nicht Princkp im Judenthume sei und sein könne. Unter Wahrheit überhaupt versteht man die Gewißheit unserer Vorstellungen und die Übereinstimmung in denselben. Wir sagen Gewißheit und Uebereinstimmung; denn bloße Nebereinstimmung unserer Vorstellungen invvlvirt nur formale oder logische Wahrheit, d. h» Freiheit unserer Vorstellungen von allem Widerspruche. Allein unsere Wahrheit soll auch gewiß, d. h. auch materiale Wahrheit sein. Unser Streben nach Wahrheit fordert von uns, daß der Inhalt unserer Vorstellungen auch Realität habe, d. h. dem Sein und Wesen der Dinge, welche unsere Vorstellungen umfassen sollen, entspreche. Eine solche materiale und formale Wahrheit ist oben auch als Princip des Judenthums ausgesprochen. Das Judenthum will nämlich erst das, was die Vernunft anerkannt hat, zum Glauben erheben und so, durch Durchdringung des Verstandes vom Gefühle, durch den Geist zum Her- *) Siphrj z. St.

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