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Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie · 1836-01-01 · Heft 2 · p. Seite 288

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Journal
Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
Volume
1836
Issue
Heft 2
Article
Der Grundzug der Liebe und dessen Entwickelung im Judenthum
Date
1836-01-01
Page
Seite 288 (sequence 4)
Language
German
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283 V. Der Grundzug der Liebe wenn die Anklage sich eben auf die Handlungsweise Moseh's gegen diese Völker, wie diese 5 Mos. 20, 16. 25, 19 u. s. w. beschrieben wird, beschränkt, keineswegs aber, wenn sie, wie es wirklich geschah, gegen sein ganzes Gesetz, noch weniger wenn sie gegen das Judenthum gerichtet ist. Diese Anklagen kann ich demnach nicht völlig übergehn, sie werden jedoch blos dadurch, daß der wahre Geist des Judenthums in dieser Beziehung nachgewresen wird, sie verdiente Würdigung finden; unsere Absicht aber ist, nachzuweisen, wie die Gesetze des Judenthums die Liebe, gleich einem rochen Faden, durchschlinget. Dieses wollen wir in Folgendem versuchen. I. Begriff des Gruudzugs der Liebe. Entwickelung desselben. Es ist vor Allem nothwendig, daß wir uns einen deutlichen Begriff verschaffen von der Liebe, die wir dem Judenthume vindiciren wollen, um uns hier, wo wir die Untersuchung so bestimmt und so faßlich, wie es nur immer der Gegenstand zuläßt, leiten möchten, von aller Allgemeinheit fern zu halten, und die Gränze unserer begründen. Dies möchte auch ein Beweis für Ebn Esra^s Erklärung dieser Stelle sein, daß nämlich die Worte: sein - jüngster Sohn 1. 1. Y, 24 sich auf Khanaan bezieh«. Diese ursprüngliche Sünde Khanaans und seiner Nachkommen, die das nach ihm benannte Land bewohnten, ist es auch, von deren Besudelung Gott das Land und besonders dessen nachmalige Hauptstadt Zerusalem, als er sie „blutbesprützt am Boden liegen sah,/, liebevoll rettete, Ez. 16, 3 — 14, wo es also gerade als die größte Vatergüte betrachtet wird, daß der Herr Khanaan von den sündhaften alten Einwohnern rettet und Israel Übergicht.

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