Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Journal
- Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Volume
- 1836
- Issue
- Heft 2
- Article
- Beiträge zur Beurtheilung des Talmuds
- Date
- 1836-01-01
- Page
- Seite 271 (sequence 17)
- Language
- German
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I V. Beiträge zur Beurtheilung des Talmuds. 27t älteste Buch ist, in welchem die Methode zur Kalenders berechnung sich vollständig findet. Da nun diese Methode von allen rabbanitischen Gemeinden ohne Ausnahme befolgt wird, und nie irgend ein wesentlicher Punkt derselben bestritten wurde, so läßt sich mit gutem Grunde annehmen, daß sie sich durch Tradition fortgepflanzt habe. Uebrigens kann man die Kenntniß der hebräischen Sprache selbst als einen Gegenstand der Tradition betrachten, indem wir keinen einzigen Punkt dieser Kenntniß Profanschriftftellern, israelitischen oder christlichen Glaubens, zu verdanken haben.*) ') Zm Allgemeinen ist hier zu unterscheiden zwischen Gesetzen, die ausgeübt werden sollten und blos der mündlichen Lehre überlassen blieben, und Kenntnissen, die der gehörigen Ausübung mancher Gesetze vorausgehen müssen. Diese können natürlich nicht Gegenstand einer gesetzlichen Tradition sein, die das Thun nach Bestimmungen regeln soll, sondern sie werden, als der zu erlernenden Wissenschaft angehörig, als nothweudige Vorbereitungen vorausgesetzt, sowie ja der Talmud selbst die größtmögliche wissenschaftliche Ausbildung von dem Sanhedrin verlangt. Die Kalenderberechnuug — die übrigens von dem Hn. Vfr. selbst einer Tradition abgesprochen wird(S.Z7ff^ — gehört offenbar zu diesen Vorkenntnissen, die bei der Vervollkommnung der astronomischen Wissenschaften auch vervollkommt werden mußte und wurde, woher auch die Festbestimmung von dem TatmudgänzlichdergeistlichenBehördeüberlassenblieblRoschHaschariah22u,26rr); die verschiedenen von Samuel, Adda den Ahabah ausgestellten Berechnungen, von denen die letztere als genauer an" genommen wurde, geben Zeugniß hiervon- Die Einschiebung eines Monates in manchen Zähren, die verschiedene Tagesanzaht der Monate in den verschiedenen Zähren, was Alles z. B. böi den Mohammedanern vermißt wird, sind blös zur AüSgleichnüng mit dem Sonnenjahre veranstaltet worden; daß wir in der später» Zeit stehen geblieben sind, ist nicht dem jüdischen Gesetze, son-