Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Journal
- Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Volume
- 1836
- Issue
- Heft 2
- Article
- Beiträge zur Beurtheilung des Talmuds
- Date
- 1836-01-01
- Page
- Seite 270 (sequence 16)
- Language
- German
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27V I V. Beiträge zur Beurtheilung des Talmuds. D) Umzäunungen, oder Gesetzbestimmungen, welche durch die höchste Religionsbehörde zu verschiedenen Zeiten eingeführt wurden, und die zür Bestimmung hatten, die Uebertretung einzelner mosaischer Gebote zu verhüten. D) Religiöse Einrichtungen, die von Synoden oder Einzelnen getroffen wurden, ohne Umzäunungen zu sein, und von welchen sogar manche sich gar nicht auf mosaische Gebote beziehen« Die Erörterung des Satzes, daß der Talmud die Hauptquelle der Tradition sei, führt uns nun zu folgenden zwei Fragen: 1) Ist Alles, was im israelitischen Ritualwesen traditionell ist, im Talmud enthalten? 2) Welche Gesetzbestimmungen im Talmud werden für traditionell ausgegeben? 1) Ein einziger, aber höchst wichtiger Punkt im israelitischen Ritualwesen ist traditionell und läßt sich im Talmud nicht Nachweisen. Es ist die Kalenderberechnung, bei welcher in vier Fällen die Festtage von dem bestimmten Tage auf den folgenden verlegt werden, und nur zwei dieser Fälle sind im Talmud angegeben, und das nicht mit Bestimmtheit, denn es sind Mehre im Talmud der Meinung, daß die Festtage nie verlegt werden. Dies rührt wahrscheinlich von dem Umstande her, daß die ganze Kalenderberechnung so lange geheim gehalten wurde, als es in Palästina eine höchste Religionsbehörde gab, weil in der Regel der Neumondtag nicht durch Berechnung, sondern durch die Wahrnehmung des Mondes nach seiner Conjunction mit der Sonne bestimmt werden sollte. Es scheintdaß der Mischneh Torah des Maimonides das