Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Journal
- Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Volume
- 1836
- Issue
- Heft 2
- Article
- Beiträge zur Beurtheilung des Talmuds
- Date
- 1836-01-01
- Page
- Seite 269 (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
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IV. Beiträge zur Bcurtheilung des Talmuds. 269 je ächte Kritik das Talmudstudium mit ihrer Fackel beleuchtet hätte. Hoffen wir Dies von der Zukunft und von dem unter uns erwachenden bessern Geiste. Es hat noch Niemand selbst unter den eifrigsten Anhängern des Talmuds, wenn er nur einigermaßen eines Urtheils fähig war, behauptet, daß der ganze Inhalt des Talmuds traditionell sei. "Bemerke wohl," sagt Samuel Ha nnagid in seiner Einleitung zum Talmud, "daß Alles, was unsere Weisen in Beziehung aus ein Gebot als eine Entscheidung aufstellten, die von Moses ausging, dem sie selbst von Gott überliefert worden sei, ohne Zusatz noch Abbruch befolgt werden muß. Was sie hingegen, Jeder, wie es sich ihm gerade darstellte und seine Vernunft ihm sagte, aus dem Bibeltexte herleiteten, ist für uns geltend, wenn es unsrer Vernunft zusagt; wo Dies aber nicht der Fall ist, hat es keine Autorität *)." So erklären sich auch oft Abrabanel, Ebn Esra, Levi ben Gerson u. a. m. gegen Aeußerungen des Talmuds, mit dem Bemerken, es seien blos Meinungen Einzelner. Maimonides theilt alle Gesetzbestimmungen, sie ihre Duellen in den talmudischen Büchern haben, in. folgende fünf Klaffen: Traditionelle Gesetzbestimmungen, die im Texte der h. S. angedeutet werden. 6) Traditionelle Gesetzbestimmungenüber welche sich in der h. S. Nichts findet. 6) Gesetzbestimmungen, die sich nicht auf Tradition, sondern auf individuelle Ansichten gründen. *) Zedoch scheint derselbe gerade hiermit den ganzen gesetzlichen Inhalt des Talmuds als Tradition hinstellen und bloS die Agadah, indem er diese Bemerkung auch zur Erklärung dieses Wortes macht, ausschließen zü wollen. G.