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Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie · 1836-01-01 · Heft 2 · p. Seite 268

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Journal
Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
Volume
1836
Issue
Heft 2
Article
Beiträge zur Beurtheilung des Talmuds
Date
1836-01-01
Page
Seite 268 (sequence 14)
Language
German
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268 IV. Beiträge zur Beurteilung des Talmuds. auf eine ihn sehr kränkende Weise erfahren hatte (Baba bathra 23 d) sagt, die Stelle (Kl. 3, 6): Er hat mich in die Finstern iß gesetzt deute auf den babylonischen Talmud hin *). Es ist indessen zu bemerken, daß in den hier angeführten Stellen unter der Benennung Talmud nicht das unter diesem Namen bekannte Buch, sondern die Methode der Babylonier überhaupt zu verstehen ist. Die Abfassung der eigentlichen babylonischen Gernara mußte sich bei der Weitläufigkeit der Erörterungen und bei den Unterbrechungen, die diese wohl in Kriegszeiten häufig erlitten, sehr verlängern. Es wurde wenigstens daran bis zum Ende des 5. Jahrhunderts gearbeitet. Geschloffen wurde das Werk nie, und zwei der sechs Abtheilungen der Mischnah blieben fast ganz obne Commentär. Auch findet sich keine Spur von einer feierlichen Sanktion des Werkes, noch von der Ausarbeitung und sorgfältigen Aufbewahrung eines Codex, was, doch bei einem Werke, das eine unabweisliche Autorität besitzen sollte, ein höchst dringendes Ersorderniß gewesen wäre. Es ist von großer Wahrscheinlichkeit, daß durch diesen Umstand allmälig viele mit unkritischem Geiste niedergeschriebene Randglossen in den Text des Buches übergegangen sind und denselben dadurch sehr entstellt haben. Solche Stellen wären auch gewiß schon längst in großer Anzahl durch Form und Inhalt wahrgenommen worden, wenn *) Er. nannte überhaupt die Babylonier thöricht und sagte häufig: thörichte Babylonier, weil ihr in einem finstern Lande wohnet, sprechet ihr auch finstere Lehren (Pesachim 34 Ir, Zoma 57 u, Sebachim 60 Ir, Menachoth 52 u). Es wurde ihm Dieses aber keineswegs übel gedeutet, sondern der Vorzug des heiligen Landes und gewissermaßen seine Berechtigung zu diesem Aussprüche bereitwillig eingestanden. (Khetuboth 75 rr.) G.

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