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Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie · 1836-01-01 · Heft 2 · p. Seite 266

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Journal
Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
Volume
1836
Issue
Heft 2
Article
Beiträge zur Beurtheilung des Talmuds
Date
1836-01-01
Page
Seite 266 (sequence 12)
Language
German
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260 IV. Beiträge zur Beurtheilung des Talmuds. alters fand sich dadurch bewogen, den Inhalt der mündlichen Lehre, so wie sie sich bereits ausgebildet hatte, in einem umfassenden Werke zu ordnen. Er nannte sein Buch die Mischnah, von Schanah, nachforschen. Er theile sein Buch in 6 Theile, Ordnungen (Sedarim), von welchen jede wieder in mehrere Tractace (Masecheth) zerfällt. Alle Schriftgelehrten, die in der Mischnah genannt werden, sowie die Hauptgelehrten, die mit ihnen zu denselben Schulen gehörten, heißen Tannaim, im Singul. Tanna, Forscher. Als den ältesten der Tannaim kann man Simeon den Gerechten betrachten. Die Sprache der Mischnah ist meistens rein hebräisch; allenthalben nimmt man eine sehr strenge Bedächtigkeit im Ausdrucke wahr, und eine Kürze, welche zeigt, daß der Verfasser nicht mehr schreiben wollte, als er durchaus zur Erhaltung der mitgetheilten Lehre für nöthig hielt. Diese Kürze und die Gedrängtheit seines Styls hatten aber zur Folge, daß oft der Sinn der Worte nicht verständlich war und das Buch auch nicht Principien genug enthielt, vermittelst welcher alle vorkommenden Ritualfragen entschieden werden konnten. Dieser Umstand bewog einen seiner Jünger in einem besondern Buche, Lhosephtha genannt, die Mischnah zu erläutern und manches darin Vermißte hinzuzufügcn. Auch viele Entscheidungen der Tannaim, welche in der Mischnah nicht Vorkommen/ wurden von R. Chia und R. Oschia in einem Nachtrage unter dem Titel Baraitha bekannt gemacht. Diese Bücher bildeten seit ihrem Erscheinen die Grundlage des theologischen Studiums der palästinischen und der babylonischen Akademieen, über deren Entstehung, Blüthe und Verfall das Ausführ-

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