Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Journal
- Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Volume
- 1836
- Issue
- Heft 2
- Article
- Beiträge zur Beurtheilung des Talmuds
- Date
- 1836-01-01
- Page
- Seite 260 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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260 IV. Beiträge zuk Beurtheisung des Talmuds. Die Gesetzbestkmmungenwelche mündlich geoffenbaret worden sind, haben sich von Moses bis zu der Zeit, da sie schriftlich bekannt gemacht wurden, mündlich fortgepflanzt. Ueber die Geschichte dieser mündlichen Fortpflanzung findet man im Talmud Nichts weiter, ülö folgende Stelle (Abvth I.): Moses hat die Lehre empfangen am Berge Sinai und sie dem Josua überliefert, Josua den Nettesten, die Nettesten den Propheten, und die Propheten den Männern der großen Synode. In Aboth des R. Nathan werden noch die Richter zwischen die Aeltesten und die Propheten, ferner Chaggai, Zacharias und Maleachi, obgleich sie selbst Propheten waren, zwischen die Propheten und die große Synode eingeschaltet. Von der großen Synode an bis zum Verfasser der Mischnah hingegen werden alle Männer namhaft gemacht, durch welche die mündliche Lehre sich fortgepflanzt haben soll. Maimonides in seiner Vorrede zur --Wiederholung der Lehre-- sucht die bedeutenden Lücken, welche hier der Talmud für den Zeitraum zwischen Moses und der Erbauung des zweiten Tempels gelassen hat, auszufüllen, und liefert ein Verzeichniß von vierzig Männern in vierzig Generationen , die in Verbindung mit den geistlichen Behörden, denen sie vorstanden, die mündliche Lehre fortgepflanzt haben sollen. Jedoch schon der Kritiker Abraham ben David wirft ihm vor, in dieses Verzeichniß manche Namen willkürlich oder der Wahrheit entgegen ausgenommen zu haben. Besonders auffallend ist es aber, daß Eli, der sein Richteramt 2831 nach der Schöpfung angetrcten, die mündliche Lehre von Pinehas, der schon