Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Journal
- Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Volume
- 1836
- Issue
- Heft 2
- Article
- Beiträge zur Beurtheilung des Talmuds
- Date
- 1836-01-01
- Page
- Seite 259 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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IV. Beiträge zur Beurtheilung des Talmuds. 259 die hier augeführten Belegstellen ein großes Gewicht legt, wie spätere Schriftsteller gethan haben. Für ihn ist das Dasein einer Mündlichen Offenbarung eine unbezweifelbare Thatsache, die jeder Jsraelite unbedingt anzuerkennen hat. Die Art indessen, wie er sich hierüber ausspricht, läßt eine Deutung zu, welche nicht mit der übereinstimmt, die ihr Maimonioes, (Hilchoth theschubah Ilt, 8) gegeben hat, nach welchem der Talmud jedem Israeliten, der den göttlichen Ursprung der mündlichen Lehre nicht anerkennt, als einem Leugner, Khopher, den Antheil an der.ewigen Seligkeit abspricht. Die Duelle dieser Behauptung findet sich Sanhedrm 99 a, wo die Worte des Pentateuchs: Er hat das Wort des Herrn verachtet (Num. 15, 31) neben vielen andern Erklärungen auf Jeden angewendet werden sollen, der zwar die Göttlichkeit des ganzen Pentateuchs anerkenne, aber die einer einzigen Gefttzbestimmung leugne, die aus dem Texte des Pentateuchs durch die verschiedenen hermeneutischen Regeln hergeleitet wird. Es ist zuerst zu bemerken, daß hier durchaus nicht von der ewigen Bestrafung des Leugners die Rede ist, sondern von der Entziehung der Belohnung in der kommenden Welt, wie sich der Talmud ausvrückt, welche Belohnung einst bei der Auferstehung der Todten eintreten soll. Ferner setzt der Talmud auch diesen Verlust nur auf das Leugnen der Göttlichkeit einer Satzung, die auf irgend eine Weise in dem Texte des Pentateuchs begründet ist, aber nicht derjenigen, die sich blos mündlich fortgepflanzt haben, weil die Worte: Er hat das Wort des Herrn verachtet, sich nur auf das eigentliche Wort Gottes beziehen, wie es der Pentateuch enthält. 17 *