Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Journal
- Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Volume
- 1836
- Issue
- Heft 2
- Article
- Gottesdienstliche Einrichtung des Maimonides
- Date
- 1836-01-01
- Page
- Seite 252 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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252 -III. Gottesdienst!. Einrichtung v. Maim. tigte Khol-Nidre-Gebet, das in den verschied« en Gemein« den nach verschiednen Formen gesprochen wurde § angefragt daß ein Gebrauch , zumal, wenn er auf einen so großen Mann zurückzuführen ist, nicht abgeschafft werden könne, daß die Wiederholung höchst mühsam sei und Viele wegen der langen Dauer den Gottesdienst gar nicht besuchten, endlich auch bei den spanisch-portugiesischen Gemeinden bald daS Musaph-, bald das Minchahgebet nicht wiederholt werde. — Der Angefragte, D. b. Se. A. S-, meint jedoch in seiner Antwort, Maim. habe selbst nur für seine Zeit diese Anordnung getroffen, da ja überhaupt eine Abweichung von der Gemara — wobei er sich aber verwahrt, er wolle keineswegs dem Maim. das Recht absprechen, diese Einrichtung zu treffen — nicht Bestandhabendürfe. Er glaubt, dieses Resultat noch deutlicher aus einem andern ähnlichen, in arabischer Sprache geschriebenen Gutachten des Maim. erreichen zu können» Dieses nämlich — das offenbar als Antwort auf die Anfrage eines fernen Gelehrten, der auch den Widerspruch mit der Gemara nachwieS, gelten sollte — lautet: Unser Gebrauch entstand, weil wir es für Pflicht erkannten, den üblen Sitten, iu unserer Seit und unserer Gegend entgegenzuwirken- Er ist nämlich der Art, daß wir die Morgen- und Musaphgebete der Sabbath- und Festtage bloS ein Mal sprechen lassen, wegen der großen Anzahl der Betenden, wie ja auch ihr es . bei dem Musaph des Neujahrs machet (vgl. oben). Ebenso wenn daS Minchahgebet auf späte Tages-Zeit sich verschiebt, so daß zu besorgen ist, es möchte Nacht werden, ordne ich an, daß der Vorbeter sogleich taut beginne. Unrecht geschieht keinesfalls dadurch, da der Unkundige das Gebet mit anhört, der Kundige aber mit dem Vorbeter Wort für Wort leise nachspricht; nöthig aber ist es, weil Alle während der Wiederholung durch den Vorbeter nicht auf dessen Worte achten, sondern sich unterhalten und weggehn und so der Vorbeter unnütz Segensprüche hersagt. Auch der Unkundige, wenn er die Gelehrten u. Asich nicht nach Art Betender benehmen sieht, thut wie sie, und daS Volk meint dann fest, btos daS leise Gebet sei beachtenSwerth. Selbst bei biblisch. Gesetzen haben wir den Grundsatz: wenn eine Zeit ist für Gott zu thun, so darfman