Mannheim
Compact Memory

Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie · 1836-01-01 · Heft 2 · p. Seite 251

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
Volume
1836
Issue
Heft 2
Article
Gottesdienstliche Einrichtung des Maimonides
Date
1836-01-01
Page
Seite 251 (sequence 6)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
96% known words query
IRI
…/2929020-2929026-2929029-2930165--0995-2930283
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

III. Gottesdienst!« Einrichtung des Maim. 251 aufbehalten. Indem dieser nämlich über das bekannte), zum Theile, wenn auch nicht mit vollem Rechte, berüchspucken, sich räuspern und schwatzen in ihrem Gebete, wie sie Dies immer sehn und aussagen. Deßhalb ist das Angegebene das Passendste in unsrer Zeit. Unterz. Moses. — Ein Gleiches sage von ihm ferner aus (behaupten die Araber) sein Sohn Abraham in seinem arabischen Werke: Cs ist allgemein bekannt, was mein seliger Vater eingerichtet, und womit alle Gelehrten seines Zeitalters und alle Beisitzer übereinstimmten. Er nahm nämlich wahr, daß das Volk auf die Laute Wiederholung des Gebetes durch den Vorbeter, nachdem auch dieser schon leise gebetet, nicht die Aufmerksamkeit richte in Ehrfurcht und Demuth, wie es sich beim Gebete ziemet, daß man im Gegentheile sich von nichtigen Dingen unterhalte und dgl., blos bei der Keduschah die Worte: heilig, heilig u. s. w. mitspreche u. die frommen Schüler ferner bei dem drittletzten Spruche die von den Gelehrten eingeführte Formel reciüren. Dadurch entsteht nun Sünde und Anstoß, weit' das Gespräch der Gemeinde während des Vorbetens und ihr unehrerbietiges Benehmen offenbar eine geringschätzige Behandlung^ göttlicher Majestät ist; die Veranlassung dazu aber war, weit sie schon mit dem leisen Gebete ihrer Pflicht entledigt zu sein meinten und sich daher weiter nicht um die Wiederholung des Gebetes zu kümmern hätten. Deßhalb nun richtete er ein, daß der Vorbeter sogleich laut bete, ... der Unkundigen wegen, die Andern aber ihm leise, zu eigner Pflichterfüllung, Nachtreten; er spricht dann die Keduschah im 3. Spruche, und das Volk spricht ihm nach,, so daß sie in Gemeinschaft das Gebet beendigen. Diese Anordnung verbreitete sich in Aegypten während seines (Maim.) Lebens und nach seinem Tode, wodurch denn die Sünde, in welche die Gemeinde sonst verfällt, fern gehalten wurde. Keiner der Gelehrten seines Zeitalters stritt dagegen, weit damals weder Haß noch Eifersucht war, auch kein an'Weisheit Armer sich in daS Lehren eindrängte, wie Dies inunsererZeit Statt hat, wo sich Viele den löblichen Anordnungen, die wir getroffen, widersehen. — Ferner führten die arab- Juden noch an, daß der Gebrauch so lange unbestritten geblieben,

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.