Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Journal
- Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Volume
- 1836
- Issue
- Heft 2
- Article
- Über die Abschaffung bestehender Gebräuche
- Date
- 1836-01-01
- Page
- Seite 241 (sequence 16)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 95% known words query
- IRI
…/2929020-2929026-2929029-2930164--0984-2930273- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
bestehender Gebräuche. 241 in Israel, wo die Verstellung und geheuchelte Ceremonien- und Gesetzesübung mit der frivolen Verspottung und leichtsinnigen Verachtung des Gediegenen und Wesentlichen abwechselnd Es ist wahr, die starre Festhaltung jedes äußerlichen und unwesentlichen Gebrauches findet sich noch bei so Vielen unseres Glaubens, daß das Wort „ab sch affen" sie alsbald aufschreckt und zum Kampfe treibt, den man ja nach dem an sich sehr empfehlenswcrthen talmubischen Grundsätze: Man ändre nicht, um des Streites willen*), sonst sehr zu vermeiden hat; aber wie? sind die Abweichungen in Religionöfachen, die ein Jeder sich selbst erlaubt, nicht bereits so mannigfaltig und so allgemein, daß wir fast überall Zwiespalt, Aergerniß und gehässige Scheidewände finden unter den Mitgliedern der Gemeinden uud der Familien? — Und findet nach der Entscheidung des Talmuds (Jebam. 13 6) überhaupt das NNM EN Anwendung, wo die Behörde in Uebereinstimmung handelt? — Saget nicht, „wenn die neue Generation herangewachsen sein wird, so wird sich Alles besser und in Eintracht gestalten." Wohl ist von dem verbesserten Schulwesen Viel zu erwarten; allein daß man auch bei dem folgenden Geschleckte noch bei Weitem nicht „allseitig Gott anrufm und ihm einmüthig dienen werde," ist um so gewisser zu behaupten , als der Jugendunterricht nicht so rasch und allgemein Früchte tragen kann. Wenn auch während der Schulunterrichtsjahre der Einfluß des Hauses nicht überwiegend aus das Kind wirket, so ist dasselbe doch vom 14. k) MV' 16