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Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie · 1836-01-01 · Heft 2 · p. Seite 240

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Journal
Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
Volume
1836
Issue
Heft 2
Article
Über die Abschaffung bestehender Gebräuche
Date
1836-01-01
Page
Seite 240 (sequence 15)
Language
German
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240 H. Ueber die Abschaffung zu machen^ und lieber dem Jndifferentismus, der Heuchelei und Verstellung zu ihrem Anfänge und ihrer Vollendung Gelegenheit lassen, als nach den bestimmtesten Weisungen der minder engherzigen früher» Lalmudisten, hie und da zu modificiren? lieber in Unthätigkeit und Schwanken, oder aus zu ängstlichen Rücksichten den ganzen Weinberg des Herrn zertreten lassen, als nach dem aufmunternden Beispiele der Vorfahren, (mit Aufhebung des Oelverbots, der Einrichtung des Prosbul us. w. u. s, w. im Talmud Gittin 36. re.) dem dringenden Zeitbedürfniffe gemäß, die zahllosen Gebräuche zu beschränken, die nur Derjenige heute beobachten kann, der sich Ly einer Klause isolirt?? — Wenn je die rabbinischen Grundsätze: „Es ist oft Zeit, Gottes wegen eine religiöse Uebung aufzuheben" (nach Psalm 119, 126.) und „es wird zuweilen durch Aufhebung einer Religionssache die Religion eben befestigt" (Menachoth 99. b) zu Stützen nöthiger Reformen genommen werden können, so ist es jetzt, da die in immer weitern Kreisen sich ausdehnende bürgerliche und moralische Emancipation, unsere Glaubensgenossen immer mehr aus dem abgeschlossenen Zustande in die Handwerksstätten, in öffentliche Wirkungskreise und Gesellschaften, in großartigeren Handelsverkehr, in die Schulen der Wissenschaften, in lauter Verbindungen und Berührungen führt, die täglich solche Collisionen mit den rabbinischen Satzungen und Anordnungen erzeugen, daß unter Hunderten kaum Einer diese festzuhalten im Stande ist. Was Wunder, wenn alsdann mit der Schale auch der Kern weggeworfen wird! — Oder soll dieses, jeden wahrhaft Gottesfürchtige» empörende, Schauspiel noch lange dauern

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