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Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie · 1836-01-01 · Heft 2 · p. Seite 239

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Journal
Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
Volume
1836
Issue
Heft 2
Article
Über die Abschaffung bestehender Gebräuche
Date
1836-01-01
Page
Seite 239 (sequence 14)
Language
German
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bestehender Gebräuche. 239 Religiosität, um jede Versuchung zu bestehen, veranlassen sie nur ein eigenmächtiges willkürliches Selbstbefreien von den überkommenen Institutionen, Gebräuchen und Geboten, was doch wohl gefährdender ist für Religion und Gesetz, als eine Freigebung und Moderirung vom Gesetze und dessen Vertretern selbst! Selbst da, wo die Macht der frommen Gewohnheit und des religiösen Gefühls sich noch geltend macht, wird doch andererseits eine jede Fessel und Hemmung, die jene Gebräuche dem Geschäfts-, Berufs¬ und Genußleben auflegen, mehr oder weniger gesprengt, und ich horte , daß ein Jsraelite betheuerte, wenn er den Mischnahabschnitt wegen seiner Geschäfte einmal Morgens nicht gesprochen habe, so fehle ihm den ganzen Tag Etwas, während derselbe, mit vielleicht Tausenden von gleicher Denkart, über die wichtigsten Umzaunungsgebote, weil solche die Bequemlichkeit oder die Geschäfte stören, sich ohne Weiteres hinwegsetzt. Sehet nur, wie viele Formglaubige trinken s. g. s", und übertreten viele andere derartige Vorbauungsverbote! wie viele Andere treiben heimlich oder öffentlich ihre Geschäfte an den Festtagen, an welchen der zufällige Markt, oder die Messe sie um ihrer Nahrung willen, das Bestehende zu übertreten veranlaßt! Wie Viele entziehen sich fast das ganze Jahr dem Gottesdienste, weil die Ueberladung an unverstandenen, zum Theile sogenannten, Gebeten re. sie unmöglich erbauen kann! Sollte man nun da, wo es offenbar ist, daß die Mehrheit nicht bei dem alten Brauche bestehen könne — , da, wo die bewußte Uebertretung durch Abschaffung des zweiten Festtags u. d. gl. verhindert werden könnte, noch Anstand nehmen, von der Autorisation des Nabbinismus selbst Gebrauch

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