Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Journal
- Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Volume
- 1836
- Issue
- Heft 2
- Article
- Über die Abschaffung bestehender Gebräuche
- Date
- 1836-01-01
- Page
- Seite 236 (sequence 11)
- Language
- German
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236 H. Ueber die Abschaffung es, wiewohl es schon lange bestanden, und die kompetenteste Behörde zur Urheberin und die Umzäunung des Gesetzes zum Zwecke hatte, sich dennoch nicht allgemein verbreitet hatte. Besonders gehört die Erwägung der gebräuchlichen Feier des nichtmosaischen zweiten Festtags OgO ^1^ hierher. Da dieselbe nur bei den, von Jerusalem entfernter wohnenden Juden ursprünglich Statt fand, welche Zweifels wegen, um nämlich den zu Jerusalem nach der Monderscheinung festgesetzten Festtag nichtzu verfehlen, jedesmal zwei Tage feierten, und also auch nur für diese die nachherige Bestätigung dieses doppelten Festtags durch die Rabbinen (Talmud Bezah 4.) gelten konnte, bei den übrigen Juden hingegen auch bis heute noch nur ein Tag jedesmal gefeiert wird: so möchte, wie bei dem vorerwähnten Verbote DUO, nie allgemein gewordene Feier des zweiten Festtags als ein Hauptgrund für die Zulässigkeit ihrer Abschaffung erscheinen. Denn der besondere Grund, aus welchem der Gebrauch des 2. Festtags nach den Worten der bestätigenden Rabbinen festzuhalten sei , nämlich weil die Kalenderberechnung in Vergessenheit gerathen könnte, kann gar nicht in Betracht kommen, weil für uns Alles auf die allgemeine Verbreitung ankommt.— Indessen spricht für die Beibehaltung des 2. Festtags, daß solcher, wenn auch nicht von allen Israeliten, doch von dem größten Theile gefeiert werde, und somit als allgemein verbreitet gelte. Denn in der That ist der Ausdruck des Maimonides "in ganz Israel verbreitet" nicht streng zu nehmen, da nach talmudischem Grundsätze die Mehrheit wie das Ganze betrachtet wird — iI-p Und betrachten