Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Journal
- Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Volume
- 1836
- Issue
- Heft 2
- Article
- Über die Abschaffung bestehender Gebräuche
- Date
- 1836-01-01
- Page
- Seite 235 (sequence 10)
- Language
- German
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bestehender Gebräuche. 235 derung oder Aufhebung eines Gebrauchs mit der Bemerkung in den Weg, es sei ein re-, so hätte er vor allen Dingen nachzuweisen, ob derselbe durch die Einstimmigkeit oder ausgesprocheneMehrheit einer geistlichen Behörde eingeführt, ob er sti, denn nur dies Zweitens wird gar Manches als in ganz Israel verbreitet und somit als unabänderlich betrachtet, und ist es nicht. Die Nichtverbreitung mancher Gebräuche dürfte schon daraus zu erkennen sein, daß sie an vielen Orten durchaus unbegründet und unanwendbar waren, daher von Vorn herein auf diese Orte nicht berechnet, und an denselben nicht eingeführt sein konnten. Wären sie demnach auch wirklich da, wo sie anwendbar waren, so weit wir wissen, in Aufnahme gekommen, so sind sie darum doch nicht als allgemeine anzusehem Zum Beispiele! Das Verbot mancher Genüsse wegen etwaiger Vergiftung durch Thiere (">s^ 21VO) hat seine Verbindlichkeit verloren, ohne daß dazu eine überlegenere Behörde nöthig war, indem es von Anfang an nicht für die Orte, wo es keine Thiere jener Art giebt, gelten konnte (Abraham Gumbiner a. a. O. C. 468 §. 1). Bei Gebräuchen anderer Art, z. B. bei dem Sprechen beim Gottesdienste, ist ebenfalls die nicht allgemeine Verbreitung gewiß, und leicht zu ermitteln, wie diese Piutim nur bei den polnischen, jene nur bei den portugiesischen Israeliten re. in Gebrauch sind. Aber auch da, wo man oft glaubt, es habe sich der alte Gebrauch durch ganz Israel hin Aufnahme verschafft, ist cs doch bei genauer Nachforschung nicht immer der Fall. Hat sich doch bei oberwähntem Oelverbote bei der Nachjuchurrg erwiesen, daß