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Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie · 1836-01-01 · Heft 2 · p. Seite 229

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Journal
Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
Volume
1836
Issue
Heft 2
Article
Über die Abschaffung bestehender Gebräuche
Date
1836-01-01
Page
Seite 229 (sequence 4)
Language
German
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229 bestehender Gebräuche. die das Oelverbot eingeführt, an Religionskenntniß und Gliederanzahl nachstand, doch dieses Verbot wieder abgeschafft, weil es nicht überall verbreitet war, obgleich der Veranlaffungsgrund dieses Gebrauches nicht erloschen war. — Wir sehen zugleich an diesem Beispiele, wie eine Behörde auch bei dem Fortbestehen der Ursache, die den Gebrauch hervorgcrufen, aus anderweiten Gründen und abweichenden Ansichten sich veranlaßt sehen könne, den Gebrauch wieder abzuschaffen, in welcher Hinsicht diese 1. Bestimmung für die Praxis auch von dieser Seite wichtig, und nicht blos bei Erlöschung der Ursache von fruchtbarer Bedeutung wird. Ein sehr veranschaulichendes Exempel hiezu bietet die späterhin Statt gefundene Abschaffung des, sogar von der Religionsbehörde, welcher Esra präsidirte, eingeführten Gebrauchs des Bades für einen zum Behufe des Betens und Thorahstudiums, weil andere Gründe den wiewohl noch sortbestehenden Veranlaffungsgrund der spätem Behörde zu überwiegen schienen. (Vergl. Tosaphoth zu Baba Kama 82 d und Abraham Gumbinner in Magen Abraham zu Karo's Codex Th. 1 NNLb) C. 88.) Es ist also ein scharfer Gegensatz in der ersten Bestimmung, wonach sogar bei fortdauernder Ursache des Gebrauchs, dieser, so er nicht allgemein ist, abgeschafft werden kann, gegen die zweite, vermöge welcher der Gebrauch nicht einmal fnach Maimonides; denn nach Andern ists nicht also) bei erloschener Ursache aufgehoben werden darf; so sehr entscheidet die Allgemeinheit der Verbreitung eines Gebrauchs!, Es könnte unsere maimonidische Bestimmung als ein auffallender Widerspruch, erscheinen, mit

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