Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Journal
- Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Volume
- 1836
- Issue
- Heft 2
- Article
- Neues Stadium des Kampfes in dem Judenthume unserer Zeit
- Date
- 1836-01-01
- Page
- Seite 220 (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 98% known words query
- IRI
…/2929020-2929026-2929029-2930163--0962-2930252- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
220 I. Neues Stadium des Kampfes net, glättet, verflacht, die Schwierigkeiten umgeht, verdeckt, versteckt, sondern der Zeit, die in die Tiefen hinabsteigt, aus dem Schachte des Herzens und Geistes das Innerste aufgräbt, sich selbst die Schwierigkeiten sucht, um nach dem mühevollen Kampfe dann wirklich durchgerungen zu haben,— der Zeit, die nicht selbstgefällig sich freut, Kleinigkeiten überwunden zu haben, sondern im kleinen Siege das Vorspiel neuen, ernstem, würdiger« Kampfes sieht, — der Zeit, die nach dem Ernste mit Ernste ringt, wenn auch oft im Ringen nicht glücklich, die Wahrheit in Wahrheit erstrebt, wenn auch oft sie verkennt, — der Zeit, die nicht in unbedeutenden Grübeleien ihre Ruhe findet, des Zieles und höchsten Resultates vergessen, sondern immer wieder aus dem Kleinsten das Größte, aus dem Niedrigsten das Höchste zu erschließen strebt. Söhne dieser Zeit wollen wir sein, sollen wir sein, als Söhne dieser Zeit nach der Durchdringung der Idee des Judenthums streben, die sich niemals begnügte mit einem vom Leben unabhängigen Glauben, mit einem von Überzeugungen nicht geleiteten Thun. Söhne solcher Zeit treten uns auch in Israel als Juden kräftig und in beharrlichem Ringen entgegen. Sie sprechen kein kaltes Wort aus, sie legen kein von der ganzen Persönlichkeit getrenntes Denkresultat nieder; ihre ganze Kraft, den ganzen Gehalt ihrer Persönlichkeit, den Geist mit der Gluth des Herzens, das Herz mit der Schärfe des Geistes bringen sie dar auf den Altar der Wissenschaft, die ihnen ist Wissenschaft fürs Leben. Wir haben hier besonders zwei Erscheinungen vor Augen, gleich in ihrem höchsten Streben, eine heilige Wahrheit zu begründen, aus dem Judenthume sie herzm leiten, sie als Geschenk, als Eigenthum des Judentums