Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Journal
- Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Volume
- 1836
- Issue
- Heft 2
- Article
- Neues Stadium des Kampfes in dem Judenthume unserer Zeit
- Date
- 1836-01-01
- Page
- Seite 215 (sequence 7)
- Language
- German
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1 in dem Judenthume unserer Zeit. 215 s den Schaulustigen, den nach Neuem Gierigen anziehen,! aber auch bald wieder ihren Stempel des Gemüthlichen,! ihren Reiz der Neuheit verlieren. Es ist eine Mumie geworden im Leben, der nicht der Geist eingehaucht wer- ' - den kann; aber die Mumie war doch einst ein Lebendiges? Ja, das Leben, das ihr einst innewohnte, in volß ler Frische, ist es eben, was uns den Antheil an ihr i verleiht. Denn allerdings, es klinget als eine schöne i Sage in unser Ohr, wie in einer Zeit, die verschwun- - den, ein inniges Weben in ihrer Brust wohnte, ein kräftiger Geist sie durchdrang. Es ist eine schöne Sage, die uns noch freundlich und — schmerzlich berührt. ' ' Der jüdische Knabe war kaum geboren, er wurde Gott geweiht; --durch Dein Blut lebe, durch Dein Blut lebe!" waren die Worte, die das väterliche Herz in Thränen freudiger Rührung mit Wonne nachsprach. Er i war eingegangen in den Bund Abrahams, des Gott be-! i freundeten Erzvaters, der auf seinen Enkel liebevoll herabsah und ihm ein Fürsprecher ward am Throne Gottes. „Möge er eingehn in die Ehe, in die Lehre, in ' gute Werke!!" war der fromme Wunsch , der ihm auf den Lebensweg mitgcgeben wurde. So war ausgesprochen die Bestimmung des Israeliten. Denn das f häusliche Leben, welch' einen gastlichen und wohnlichen Anblick bot es dar! Der Morgen wie der Abend brachte i fromme Erinnerungen an den Gott, der als Vater verehrt, als Freund geliebt wurde, an den Gott Israels, der es als Familie, als Volk, in der Zerstreuung mit seinem schützenden Auge begleitete. Gebet und Segen, i die Erinnerung an ihn bei jeder Freude wie bei jedem? Schmerze des Lebens drängte das gewöhnliche irdische