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Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie · 1836-01-01 · Heft 2 · p. Seite 214

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Journal
Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
Volume
1836
Issue
Heft 2
Article
Neues Stadium des Kampfes in dem Judenthume unserer Zeit
Date
1836-01-01
Page
Seite 214 (sequence 6)
Language
German
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214 I. Neues Stadium des Kampfes wir sind nicht die gemächlichen Zuschauer; wir sind selbst die Kämpfer, wir kämpfen unter einander, kämpfen mit uns selbst. Auch das Bewußtsein dieses Kampfes erhebet uns und erhöhet unfern innern Werth; aber auch der Schmerz, der es begleitet, ist nicht gering. Nicht blos die Hindernisse, die zu beseitigen sind — sie können den Muth nur stählen; aber der Gegner, den wir bekämpfen, ist uns werth, das Ziel, das wir erkämpfen; schwebet noch in dunkler Ferne. Wir wollen einem theuern Sterbenden das brechende Auge zudrücken, wir wollen einen geliebten Todten zu Grabe geleiten — theuer, trotz seinen Sonderbarkeiten, geliebt trotz seiner Unverträglichkeit mit uns. Wir wollen ein Neues gestalten, und siehe, die Geburtswehen durchzucken uns, und der besorgliche Gedanke kömmt in uns auf: wird dieses Kind uns auch Ersatz geben für den lieben Heimgegangenen? Leugnen wir es nicht: die Zeit, in welcher das Judenthum in seiner herkömmlichen Gestalt ungetheilt unser Herz inne hatte, ist dahin, unwiederbringlich hin. Was nützt das Heimlichthun? Es wird uns bis zum Ueberdrusse gesagt: unsere Vernunft kann sich nicht mehr begnügen mit dem todten Thun und sich nicht immer zufrieden stellen mit dessen Gründen; unser Herz geht leer und unbefriedigt bei ihm aus. Es ist in eine bedenkliche Stellung getreten zu dem Leben und seinen Ansichten, und mit diesem einen Kampf beginnen, wäre schon ein Wagniß. Was vermag auch das Auffrischen und Umhüllen? Ein leicht erborgter Glanz, ein zartgewobener Schleier, der leicht, nur zu leicht abgeweht wird, ideelle Hineintragungen, welche eine kurze Zeit den Gemächlichen, theilweise Verschönerungsversuche, die

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