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Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie · 1836-01-01 · Heft 1 · p. Seite 207

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Journal
Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
Volume
1836
Issue
Heft 1
Article
Wiesbaden
Date
1836-01-01
Page
Seite 207 (sequence 9)
Language
German
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207 Nachrichten. hervorzutreten. Zweierlei nur kann uns bevorstehen: entweder wir gehen zum Schlimmeren oder zum Bessern über, entweder es folgt eine Zeit wissenschaftlicher, sittlicher und religiöser Erschlaffung und Verderbniß, oder unser Zeitalter ist vorbereitend auf eine Wiedergeburt der Religion, Kirche und Theologie.... Das erstere ist nicht glaublich, in einer Zeit, in der, bei manchen Ausartungen, die wir uns nicht verhehlen, doch offenbar ein neuer religiöser Geist... ausgegossen ist, in der ein größerer sittlicher Ernst sich wieder eingestellt hat, und auf allen Gebieten der Wissenschaft ein so frisches, rüstiges Leben sich entwickelt. Das Alles müßte plötzlich abgebrochen werden, sollten wir wirklich dem von Manchen verkündeten Verfalle entgegcngchen. Vielmehr erscheinen die Klagen Derer, welche meinen, die Menschheit und die Wissenschaft gehe rückwärts, weil ihr System auf dem Rückzüge begriffen ist, bei unbefangenem Blicke in die Welt, als lächerlich. Vernunft und Wissenschaft sind nicht an die Begriffe des löten Jahrhunderts gebunden, und wenn es auch in unserer Zeit Leute giebt, die nicht viel Geist und Dcnkkraft besitzen und daher die künftige Entwickelung derselben hemmen mochten, so ist ja Das nie anders gewesen, und sie vermögen Nichts gegen die außerordentliche Bewegung und Thätigkeit der Geister, die fast auf allen Gebieten des Lebens und Wissens Statt findet, auf eine so umfassende, großartige Weise, wie es kaum je der Fall war. Ties deutet, zusammengenommen mit der oben bezeichueten religiösen Erregung, offenbar auf ein Fortschreitcn zum Bessern hm, und dieses schönen Blickes freut sich auch der Glaube, der nicht davon lassen kann, daß Gott die Geschichte lenkt und seine Wahrheit durch alle Kämpfe zum Siege führt. Zur rechten Zeit werden dann auch die rechten Männer nicht fehlen, die auf eine noch erfolgreichere Weise, als es in dieser Ucbergangsperiode möglich ist, den Bund des Glaubens und der Wissenschaft erneuern... — Der Geistliche, wie überhaupt Jeder, der auf die Gemuther wirken will, muß einen festen Standpunkt haben, er muß etwas Bestimmtes sein und wollen, er muß zu Andern zwar im Bewußtsein menschlicher Schrbäche und Beschränkung, aber auch mit der sichern Ruhe innerer Gewißheit sprechen. Diese Anforderung wird sich nun gegenwärtig so modificiren, daß er in den theologischen Kampf und Zwiespalt unserer Zeit entweder noch nicht eingetreten sein darf oder sich aus demselben heraus wieder zur innern Einheit, zum höhern Frieden emporgearbeitet haben muß. Ist er in den Gegensatz nicht eingegangen, so hat er sich die volle Einfalt des ... Glaubens bewahrt, und er kann gerade vermöge dieser ungetrübten kindlichen Frömmigkeit eine große Wirkung, besonders auf gleich einfache Gemüther, hervorbrin-

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