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Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie · 1836-01-01 · Heft 1 · p. Seite 202

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Journal
Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
Volume
1836
Issue
Heft 1
Article
Wiesbaden
Date
1836-01-01
Page
Seite 202 (sequence 4)
Language
German
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202 Nachrichten. nach, in Jesus. Sosehr wir mm einerseits gleichfalls in derartige» prophetischen Darstellungen die Gebundenheit der göttlichen Ideen, die den Scher erfüllten, durch den ganzen Geist des Volkes und die Richtung der Zeit anerkennen , so daß die Ideen in voller Klarheit nur zuweilen gewaltsam durchbrechen, aber doch immer mit ihrem erhabenen Glanze das Ganze, selbst in seiner etwas individuellen Beschränkung, erleuchten: so müssen wir andererseits umsomehr — ganz abgesehn von dogmatischen Ansichten und religiösen Bekenntnissen — das Unterlegen einer bestimmten Zeit und einer bestimmten Persönlichkeit der Zukunft, auf welche dann Alles gedeutet werden müßte, durchaus ablehnen und können darin nur eine gewaltsame Vereinigung des hergebrachten Glaubens mit den Fortschritten der Wissenschaft erblicken. Befremdend ist es daher, wenn Herr v. Umbreit seinen Aufsatz über-schreibt: Jesus Christus in der Weissagung des Propheten Jesaka u. s. w., da gerade jene höhere Auffassung prophetischer Weissagungen durchaus den Gedanken an bestimmte Verhältnisse irgend eines Zeitpunktes entfernen und blos die Ueberzeugung von dem allmäligen Durchdringen der erhabensten Frömmigkeit und geläntertsten Sittenreinheit darin erblicken lassen muß. Dieser Mißgriff verleitet auch zu einem höchst künstlichen exegetischen Verfahren, und fällt am Meisten in die Augen, wo der Verf. fürchten mochte, der Leser möchte den meffianischen Faden verloren haben, und einlenkt mit einem: So erscheint auch rc. (S. 874); wollen wir dieselbe... in der Wirklichkeit wahrnehmen, dürfen wir nur unfern Blick rc. (S. 876). — Weit glücklicher ist derselbe, wenn er im Beurtheilen der Uebersetzungen poetischer Schriften auftritt, wie in demselben Hefte der von Hitzig zum Jcsaias gelieferten. Es scheint die neueste Zeit, nachdem die Lust an dem modernen Paraphrasiren verschwunden ist, in das andere Extrem verfallen zu wollen, um so eher, da bedeutende Namen, wie Rückert, hiezu das Beispiel geben. Es will sich nämlich eine sklavische Wort- und Wortstellungstreue einschlcichen, im Glauben, als werde hicmit der Geist der Sprache wie

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