Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Journal
- Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Volume
- 1836
- Issue
- Heft 1
- Article
- Baden
- Date
- 1836-01-01
- Page
- Seite 190 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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190 Nachrichten. Rettsg, her mehre Jahre dem ssraelitsschen Oberrathe vorgestanden war, unter andern Mitteln zur Befähigung kür die Emanclpatwn, auch das in Vorschlag brachte, daß — sammtlicke Rabbinate des Landes aufgehoben werden sollten. Mag derselbe auch mit seinen Anträgen zum Tbeile ein gänzliches Aufgeben unserer Religion bezweckt haben, es scheint doch, daß er nimmermehr auf einen solchen Antrag gerathen wäre. wenn die Wirksamkeit der Rabbiner für die Bildung unserer Glaubensgenossen als eine wohltätige erschienen wäre. Auch das Vertrauen der Negierung aber scheinen die Rabbiner im Allgemeinen verloren zu l aben, und es hat sich Freses nie! t blos bei der gegenwärtigen Verordnung. sondern auch hei der über die Bildung der Synagogenrärhe gezeigt. Diese Verordnung war durch die neue Gemeindeordunng hervorgerufen worden, und es lag gerade in ihrem Zwecke, an die Stelle der seitherigen israelitischen Vorsteher welche noch immer eine gewisse bürgerliche Bedeutung hatten, eine blese Behörde für die Kirchengemeinde zu setzen. Was wäre natürlicher und, unterwandern Umständen, woblthätiger gewesen, als eine solche kirchliche Behörde (wie Dieses anderwärts sogar hinsichtlich der Verwaltung der Gemeinde-Lasse geschiehtvöllig dem Geistlichen nnterznordnen? Allein die Regierung sah sich gerade veranlaßt, den Cynagogenrcnh so unabhängig als möglich von den Rabbinern zu machen. Wenn die Negierung hierin dm Umständen gemäß verfahren ist, wer will sich freuen hiebei?-— Möge Gott geben, daß bald eine Zeit komme, wo auch der badische Jsraelite, der es mit den Fortschritten seiner GL nbensbrüder redlich meint, es nur als einen Fortschritt betrachtet, wenn der Einfluß cher Rabbiner erweitert wird und einen recht großen Kreis für eine edle und gedeihliche Wirksamkeit sinder! Ueber die Veränderung, welche hinsichtlich des Religionsunterrichts an unfern Schulen vorbereitet ist, kann ich meinen Bericht kürzer fassen. Dieselbe besteht darin, daß in dem "für die Volksschulen" erlassenen Schulplane, die Zeit, welche für den Religionsunterricht angesetzt ist, so beschränkt ist, daß der