Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Journal
- Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Volume
- 1836
- Issue
- Heft 1
- Article
- Frankfurt
- Date
- 1836-01-01
- Page
- Seite 152 (sequence 7)
- Language
- German
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152 N a ch r i ch t e «. wüchsen, doch auch die frommen Gefühle belebte, und so zehren sie noch von diesem Schatze, den sie sich in ihrer Kindheit erworben; aber ihren Kindern sehen sie auch in der frühsten Zeit diese Nahrung entzogen, und sie blicken daher besorglich auf deren Zukunft. So leicht hält ja auch ein Jeder sich selbst, vorzüglich in religiösen Dingen, für vollkommen mündig, möchte aber Andern nicht gerne diese Eigenschaft beilegen. Es kann nicht fehlen, daß durch diese Furcht oft die verkehrtesten Wariiucn in der Erziehung sich geltend machen. Hat sich auch hier der Fall noch nicht ereignet, wie ihn eine andere große Stadt Deutschlands aufznweisen hat, daß ein Vater seine Kinder einzig und allein deßhalb außer dem Hause erziehen ließ, weil er denselben eine »religiöse" Erziehung geben wollte, wodurch dann auch wirklich eine seiner Töchter im Hause des Vaters, aus Gewissenszweifeln, nicht essen mag: so kommen doch andere Jnconsequenzcn in Masse vor. Natürlich das Haus entbehrt aller religiösen Belebung, statt daß es früher sich überall von den feierlichsten Formen umgeben sah. Csnventikel verlangen wir nicht; sie kommen auch im Judemhumc niemals zum Vorscheine. Eine Beibehaltung Le-r starren Formen im .Hause kann nicht zugemuthet werden, und würde auch jetzt nicht allein ohne erfreulichen Erfolg sein, sondern nur noch mehr abstoßen und ertödten.- Aber wie, wenn diese Formen in neuer Gestalt verjüngt hervortreten würden? — Ist nicht hie Einweihung des Sabbaths und der Festtage durch Segensprüche und der Abschied von ihnen auf gleiche Weise sehr ansprechend? dient nicht das Brodbrechsn des Hausvaters, das Tischgebet nach dem Mahle wahrhaft dazu, den Tisch zum Altäre des Herrn zu mache»? Hat nicht ein jedes Fest so schöne Beziehungen, die beim Eingänge desselben in einigen kurzen Worten vom Hausvater ausgesprochen, erst die heilige Begehung des Festes allen Familiengliedern zur freudigen Pflicht machen? Es sind Alles alte Einrichtungen, Kiddusch, Habdalah, Mozi, Birkhath Hammason, Hagadah am Pesach; nur ist eine neuere schönere Gestalt, in deutscher Sprache, in verständlichen herzlichen Worten zu wünschen, und es würde sich