Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Journal
- Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Volume
- 1836
- Issue
- Heft 1
- Article
- Frankfurt
- Date
- 1836-01-01
- Page
- Seite 151 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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Nachrichten. L5t dcö Gotteshauses müßte eine andere werden, und wirklich wurde der Versuch gemacht, mit dieser Aendcrung zu beginnen, als Autoritärsstreitigkeiten und das Streben nach durchgreifenden im Innern vorzunehmenden Verbesserungen auf der einen Seite, und die Furcht vor denselben auf der andern den Aufschub des Vorhabens als wünschenswerth zeigten. Blos die Verhältnisse und nicht unser eigenes Urtheil anzugeben, ist hier unser Zweck; denn wir müssen offenherzig gestehen, daß wir dem zu sehr diplomatischen Verfahren nicht so ganz gewogen sind. —. Es ist daher ein immer unerfreuliches Geständniß, daß Derjenige, welcher einen lebendigen Gottesdienst sucht, ihn hier noch nicht findet, sondern zerstreute Bruchstücke und die trefflichsten Vorarbeiten nnd Vorbereitungen. Es ist auch natürlich, daß Gemüther, die von der Pflicht eines Synagogenbesuches sich nicht gebunden fühlen, aber auch bei ihrer Gottesverehrung sich mit nichts Halbem befriedigen, oft die beiden verschiedenen Institute für ungeeignet betrachten und sich daher zurückziehen. Freilich wissen sie auch zu Hause für sich nichts Besseres aufzufinden; aber sobald einmal der Mensch zu einer gewissen Stufe der Intelligenz gekommen ist, glaubt er, nicht eines nach bestimmten Zeiten und in bestimmten Formen geregelten Gebetes zu bedürfen. Zugegeben, daß alle Diejenigen, welche sich der öffentlichen Gottesverehrung entziehen, auf dieser sehr hohen Stufe innerer Bildung stunden, so würden sie dennoch sehr irren, wenn sie sich aller Erhebung und aller Erregung des religiösen Gefühles, durch Wort und That, überhoben glaubten; sie werden bei näherer Betrachtung leicht erkennen, wie die vielfältigen Zerstreuungen, die eine große Stadt, und namentlich dem Wohlhabenden, bietet, sie am Ende von jedem ernsterer! Gedanken abzkehcn, und wie dann, mit allen ihren Kenntnissen, blos das niedrigste Leben des Gennsses ihr und ihrer Kinder Loos wird. Es ist auch nicht zn leugnen, daß man ganz besonders religiöse Nahrung für seine Kinder wünscht. Die meisten Eltern haben ihre Jugend in jener altfrommen Zeit zngebracht, die, neben ihren Aus-