Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Journal
- Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Volume
- 1836
- Issue
- Heft 1
- Article
- Aus Baiern
- Date
- 1836-01-01
- Page
- Seite 143 (sequence 7)
- Language
- German
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14Z N a ch r i ch t e nschreitend darstelle, obgleich ich von wenigen materiellen Fortschritten in Religionssachen — denn daß in einzelnen Gemeinden, z> B. in Fürth und in München, der Gottesdienst eine schönere Gestalt und Form gewonnen , wurzelt zu sehr in localen Verhältnissen und kan» darum als einzelne Erscheinung wohl belobend erwähnt, aber nicht zum Maßstabe des Allgemeinen genommen werden — sprechen kann. Die Grundlage ist gegeben, die Hoffnung da, daß künftighin Schule und Synagoge einander die Hände bieten werden in dem Bestreben, der Verworrenheit und Dunkelheit des religiösen Sinnes ein Ziel zu setzen, diesen auf bestimmte Begriffe und auf klare Vorstellungen zu fundiren, namentlich aber die höchste und schönste, leider aber nur selten in ihrer Lauterkeit erkannte Idee des Mosaismus, das ganze Leben mit der Religion zu verweben und zu potentiiren. Nicht über, wie sie der spätere Rabbinismus ausgefaßt, das Leben durch beschwerliche Formen einzuengcn und zu verkümmern, ins Licht zu setzen, und so ans dem Wege der Lehre und Ueberzeugung jene chimärische Liebe zu Aeußerlichkeitcn durch eine höhere, verständige Liebe zu dem selbsterkanntcn und begriffenen Wesen der Religion zu verdrängen und zu ersetzen. Wird dieses Ziel beharrlich verfolgt, dann muß es am Ende Tag werden, und dann ist es an der Zeit, alles Krumme gerade und alles Höckerichte eben zu machen. — Freilich verdüstern manche trübe Wolken den klaren Himmel dieser Aussicht. Denn nicht genug, daß jene obenerwähnte Partei aus allen Kräften diesem Streben entgegen wirkt —- ihr ist es noch zu verzeihen, denn sie vermag nicht dieses Streben zu fassen, glaubt damit das, was sie Religion nennt, gefährdet, und handelt somit nach einem, wenn auch falschen, Pflichtgefühle —: so giebt es auch junge Füchse, die dem Weinberge des Herrn Verderben drohen, Schwächlinge am Geiste, die, keine Kraft und keine Energie in sich verspürend, zur Heuchelei und Scheinheiligkeit ihre Zuflucht nehmen, und dem Lügengeiste des Selbstbetrugs huldigen, von ihm ihr Heil erwartend, weil sie der edlen Würde eines selbsterkanntcn und sclbstgewählten Zweckes nicht