Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Journal
- Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Volume
- 1836
- Issue
- Heft 1
- Article
- Aus Baiern
- Date
- 1836-01-01
- Page
- Seite 144 (sequence 8)
- Language
- German
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144 Nachrichten. fähig sind. Solche Subjekte, haben sie das Amt eines Nab» biners erheuchelt, schaden am Allermeisten; denn das Gift der Selbstsucht ertödtet in ihnen alles Gefühl für das Höhere, wahrend die ächten, aufrichtigen Anhänger des Alten doch wenigstens dieses mit Ernst wollen, und ihnen darum Sinn für ein moralisches Interesse nicht abzusprechen ist. — Ein anderes Hinderniß, das indessen hoffentlich die Zeit hinwcgräumen wird, liegt in unfern dermaligen bürgerlichen Verhältnissen, die nichts weniger als aufmunternd für das Streben nach geistiger Freiheit sind, nach dem bekannten Spruche, daß äußerer Druck auch inner» erzeugt. — Und so ersehen Sie denn, daß ein Kampf nach Außen und nach Innen die Kräfte rege erhalt, und zum angestrengten Wirken auffordert, aber keineswegs entmuthiget, besonders wenn man zwischen Vergangenheit und Gegenwart eine Parallele zieht und bedenkt, wie viel von den trüben Farben in dem Gemälde des jüdischen Lebens einige Deccnm'en bereits abgewischt haben. Sollte die Zeit stille stehen? Dies fürchten — hieße die Vorsehung leugnen. Sch. 5. Nov. 1835. W.. (Hamburg, 11. Oct.) Die in Ihrer Zeitschrift B. I S. 274 aufgenommene Nachricht über den Tod des Altonaer Rabbiners war für das Gefühl der Majorität der hiesigen Juden sehr verletzend; ich stelle es Ihrem Gutdünken frei, vom Nachfolgenden so viel oder so wenig Notiz zu nehmen und zu geben, wie Sie wollen. — Die Trauer, die sich bei dem Verluste, den die jüdische Gemeinde in Altona in dem Tode ihres Rabbiners erfuhr, war groß und gerecht; denn es wurde ein Mann abgerufen, der alle Pflichten und Bedürfnisse, zu deren Befriedigung er erwählt wurde, mit sachgemäßer Bildung, mit tiefer Einsicht, moralischer Makellosigkeit und mit der innigsten Religiosität erfüllte. Ein zahlreiches Gefolge weinte an seinem Grabe, obgleich nicht durch die Hülssmittel, welche die Kunst der Sprache darbietet, angeregt. R. Akiba war ein sittlicher Mann; sein gerechtes Wirken für Alles, was ihm heilig und heilsam schien, gewann ihm die Liebe und die Ehrerbietung der Gemeinde in einem so hohen Grade, als er