Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Journal
- Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Volume
- 1836
- Issue
- Heft 1
- Article
- Karäische Litteratur [Rezension]
- Date
- 1836-01-01
- Page
- Seite 119 (sequence 27)
- Language
- German
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L19 Karäische Litteralur. genden, wenn auch niemals ganz klar hervortretenden und oft verkannten, Principe gegen einander abzuwägen. Dies mag dem Geschichtschreiber der Karäer, den wir ihnen bald in der Person eines recht gediegenen, des Nabbinismus wie des Karäismus kundigen Mannes wüns schen, der beide Principe auszufassen und sie von einem höher» Standpunkte aus zu betrachten vermag, überlassen bleiben. Eine solche Geschichte wäre ein kräftiges Ferment für die fernere Entwickelung des Judenthums. — Wir mußten uns hier zunächst an die uns vorliegenden Schriften halten, daher, nach ihnen, das Geschichtliche der Secte und die Durchführung ihrer allgemeinen Ansichten betrachten, und haben nun noch kurz Rechenschaft zu geben über den eigentlichen Inhalt derselben, den wir bisher in systematischer Anordnung darzulegen suchten. Nr. 1 ist veranlaßt durch die Erkundigung, die der Prof. Jakob Trigland in Leiden bei den Karäern in Polen im I. 1698 anstellte. Sein erster Brief und die Antwort auf den zweiten von unscrm Vfr., Mordechai ben Nisan in Krosnj Ostrow, 3 Meilen von Lemberg, im I. 1699 sind vorn abgedruckt. Trigland hatte vier Fragen vorgelegt: 1) ob die Karäer mit den Saducäern eines seien, oder eine andre Secte zur Zeit des zweiten Tempels gewesen, oder mit Anan begonnen haben; 2) wer Menachem der Karäer sei, der mit dem Proselyten, Akylas und dem Rabb. Saadiaö umgegangen sein solle?; 3) über das Gesetzbuch des Aaron ben Eliahu, und endlich 4) ob die Bibeltexte der Karäer in jeder Beziehung denen der Rabbaniten gleich sind, und was sie vom Alter der Punctation halten? Der Beantwortung dieser Fragen ist nun das, nach den zwölf Stämmen in 12 Capi-