Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Journal
- Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Volume
- 1836
- Issue
- Heft 1
- Article
- Karäische Litteratur [Rezension]
- Date
- 1836-01-01
- Page
- Seite 118 (sequence 26)
- Language
- German
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118 R e e e « s i o « e n, haben, und Jeschuah ben Ali und Jcpheth ben Ali ließen merkliche Spuren bei Ebn Esra zurück. Man fühlte sich auch damals noch aufgelegt, sie zu bestreiten, wie z, B. der Geschichtschreiber Abraham ben David in einem besondern Werke Hat; sie wurden gefürchtet und gehaßt. Aber Dies verlor sich bald; nur Geringschätzung von Seiten der Rabbinen ward balo ihr Loos, und ihre Schriften kannte man gar nicht. Dies hat aber auch einen bedeutenden Nachtheil für die Entwicklung des Rabbinismus gebracht. Wären die Karäer tief eingedrungen in ihrer Polemik; hätten sie die Erfordernisse bei Behauptung einer Tradition gehörig erwogen und darnach die rabbinische geprüft; hätten sie die Ansprüche der geistlichen Macht der Talmuvisten und ihre Jnterprelationsregeln scharf gefaßt : so wären die Rabbam'ten zu einer wissenschaftlichen Begründung ihrer Ansichten, zu einer historischen Sicherstellung genöthigt worden, und unsre Zeit stünde nicht jetzt da in Verlegenheit vor dem Chaos, das ihr vorliegt, wo sie durchaus keine bestimmte Antwort zu geben weiß, wenn man ihr die wichtigen Fragen vorlegt: was erkennt der Talmud als Tradition an? wie weit dehnt er die geistliche Macht aus? inwiefern traut erden aufgestellten Jnterpretarionsregekn? FrggM, deren Aufwerfung »och kaum je in den Sinn gekommen ist, und die ja beantwortet sein müssen, ehe man von Einzelheiten sprechen kann. Wir haben hier immer bkos den ganz formalen Maßstab der Consequenz bei der Beurtheilung des Karäismus in feiner geschichtlichen Erscheinung angelegt, ohne Licht- oder Schattenseiten hervorzuheben, ohne die den beiden einander gegenüber stehenden Setten zu Grunde lie-