Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Journal
- Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Volume
- 1836
- Issue
- Heft 1
- Article
- Karäische Litteratur [Rezension]
- Date
- 1836-01-01
- Page
- Seite 113 (sequence 21)
- Language
- German
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113 Karäische Litteratur er werde allerdings an vielen Stellen die Erklärung der Mischnah anführen, bald als Nebenflüße, bald zur Anregung, bald auch um den Unterschied der Meinungen geltend zu machen, welches Verfahren auch schon Jeschuah ben Ali eingeschlagen hatte in seinem Buche über die verbotnen Verwandtschafsgrade. Alle Liese Aussprüche nun bekräftigt Moses Beschizi selbst durch das Bekenntniß: es ist in der Mischnah, dem Talmud, den Agadas, Beraitha'ö, der Pefikta, dem Siphra, der Mechilta, dem Jalkut, den Rabboth und dgl. das Gesetz oft vortrefflich erklärt, und wären nicht Jrrthümer untermengt, wir würden uns ihnen beständig anschließen. Die Später» steigerten Dies noch fort, und der Vfr. von Nr. 2, der in der Mitte des vorigen Jahrh. lebte, sagt (am Anfänge), Moses habe das geschriebene Gesetz dem Synedrium übergeben, diesem auch zugleich die Erklärung der Thorah und der Gesetze und deren tiefere Bedeutungen, wie er sie von Gott empfangen, mitgetheilt, und geboten , das Gesetzbuch aufzubewahren, damit Nichts hinzugefügt und Nichts davon genommen werden könne, zugleich aber auch verboten, es nicht einem Jeden in die Hand zu geben, wegen seiner Heiligkeit, sondern blos beständig den Synedrien, die dann einander die Erklärungen mitzutheilen hätten. — Da finden wir nun gar einen katholisch-jüdischen Klerus, der allein das Verständniß des Gesetzes besitzen soll! War nun schon im Allgemeinen ihre schwankende Ansicht über Tradition geeignet, keine Durchbildung ihres Systemes zu gestatten: so wurde Dies noch mehr verhindert durch die schon oben angegebene Herübernahme mehrer talmudischer Gelehrten in ihre Partei, deren An- 8