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Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie · 1836-01-01 · Heft 1 · p. Seite 111

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Journal
Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
Volume
1836
Issue
Heft 1
Article
Karäische Litteratur [Rezension]
Date
1836-01-01
Page
Seite 111 (sequence 19)
Language
German
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111 Karäische Litteratur falls, die Schrift muß im Gegentheile aus sich selbst erklärt werden; bei kurzen Stellen findet der Verständige leicht das Wahre. Ist ja auch der Zweck des Redens blos die Gesinnung auszudrücken; warum sollte also Gott nicht diesem Zwecke gemäß verfahren sein? Freilich, fügt er einschränkend, aber schon in einem Widerspruche mit sich selbst befangen, hinzu, wenn die Rabb. ihre überlieferten Erklärungen auf Stellen einschränkten,-die entweder unverständlich oder zweideutig sind, könnten wir es hingehn lassen; aber sie dehnen sie aus, und ihre Erklärung steht zuweilen in oirectem Gegensätze mit dem Wortsinne. Drittens maßen sie sich die Macht an, hinzuzufügen und davonzunehmen. Aber Dies sei ferne von uns; wir müssen strenge der Bibel folgen, und nur wo durch Untersuchung in ihr selbst eine Abänderung von dem Wortsinne als nöthig erscheint, da nehmen wir eine solche vor. — Diese Grundsätze bilden eine folgerichtige Ansicht: was Gott geben wollte, gab er im geschriebenen Worte, und hiemit war sein Gesetz beendigt» Aber schon der Zusatz im zweiten Grundsätze macht uns etwas unsicher. Wird darum traditionelle Erklärung verworfen, weil sich Gott gewiß deutlich ausdrücken wollte, so kann es für den tüchtigen Gelehrten gar keine schwierige Stelle in der Bibel geben, und für diejenigen Stellen, welche den Forschern, wegen der Unvollkommenheit ihrer Kenntnisse, schwierig scheinen, darf es ebensowenig eine Tradition geben als für die klarsten. Dies wäre conseguent gewesen. Hören wir aber gar, wie derselbe Vfr. fortfährt : „Bei einer jeden Tradition muß Einstimmigkeit unter den Empfängern Statt finden; wäre die rabb. der Art, so würden auch wir ihr vertrauen, sowie wir

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