Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Journal
- Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Volume
- 1836
- Issue
- Heft 1
- Article
- Karäische Litteratur [Rezension]
- Date
- 1836-01-01
- Page
- Seite 110 (sequence 18)
- Language
- German
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110 Re e es s i o a e a. tionskette zusamckenschmieden, die zuck Theile willkührlich erdacht war, zum Theile Ringe aus der talmudischen entlehnte. Diese einzelnen talm. Personen , die sie adoptirten, brachten ihnen nun wiederum Vieles, was sie ebenfalls, als von den Bewahrern und Fortleitern der richtigen Ueberlieferung gekommen, nicht abweisen konnten. Um die Traditionen sich auszuwählen, mußten ste stets die Schriften ihrer Gegner als die Duelle auch ihrer Weisheit ansehn, und in diesem beständigen Schwanken zwischen Bekämpfen und Entlehnen hatten sie für die Vertheivigung ihrer Existenz, als einer mit Recht bestehenden Glaubenspartei, immerfort zu kämpfen, ohne je zu einer völligen Durchbildung ihres eigentlichen Principes zu kommen. Daher also die traurige Erscheinung eines erstarrten Freisinnes, wo man sich gleichsam fürchtet vor dem kühnen Schritte, den man gethan, und immer wieder etwas rückwärts geht, um die Bedenklichkeit seiner Folgen abzuwenden. — Wir müssen hier zuerst ihre allgemeine Ansicht über die Tradition, nach den uns vorliegenden Schriften, prüfen, um dann auch ihre einzelnen Gesetze und Gebräuche begreifen zu können. Drei Unterscheidungspunkte, sagt Khaleb Aba (bei Nr. 1, Cap« 8), giebt es zwischen den Rabbaniten und den Karäern. Erstens nehmen jene an, es sei Vieles dem Möses mündlich mitgetheilt und von diesem dann den folgenden Geschlechtern und so fort und fort überliefert worden, was dann später ausgeschrieben wurde. Wir läugnen Dies; Alles steht vielmehr in der geschriebenen Bibel, und weiter giebt es Nichts. Zweitens behaupten die Rabbinen, auch das geschriebene Wort bedürfe überlieferter Erklärungen. Wir läugnen Dies eben-