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Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie · 1836-01-01 · Heft 1 · p. Seite 109

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Journal
Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
Volume
1836
Issue
Heft 1
Article
Karäische Litteratur [Rezension]
Date
1836-01-01
Page
Seite 109 (sequence 17)
Language
German
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109 Karäische Litteratur. Boden gewonnen zu werden, obgleich sich manche kleine Verschiedenheit zwischen den beiden Schriften Nr. 1 u. 2 findet. Es war nichts weniger als gleichgültig, diesen geschichtlichen Verirrungen nachzugehen, indem gerade hiedurch sich die Inkonsequenzen in der Lehre am Besten erklären.lassen.— Die Karäer nämlich trennten sich zu einer Zeit, wo das rabbinische System in allen seinen Grundlagen mit seinen Folgerungen und mit den darin liegenden Keimen zu noch weitern Folgerungen schon völlig ausgebildet war. Ihr Kampf nun ging hervor aus dem Sträuben gegen Dasjenige, was ihnen gerade widersinnig oder widerbiblisch schien; sie begannen also nicht sowohl mit dem Kampfe gegen das Princip des Rabbanismus, als vielmehr gegen mehre seiner Conftquenzen» Wie Luther mit der Bekämpfung des Ablaßmißbrauchs anfing, dann, gedrängt, sich weiter gegen die Bevorzugung der kirchlichen guten Werke ausließ, nothwendig dann die Autorität des Papstes angreifen mußte, dennoch manches nicht Urchristliche stehn ließ, ja befestigte, und nicht bestimmt genug den Kampf auf das eigentlich begründende Princip, die Kirchentradition, die er jedoch oft verwarf, hinüberspielte, und daher in gar manche Inkonsequenz verfiel: so erging es auch den Karäern. Sie verwarfen Einzelnes, liebten und hegten Anderes; der talm. Ausspruch in Beziehung auf die Samaritaner, daß sie Dasjenige, was sie beibehalten, weit fester und strenger hielten als die Uebrigen, bewährte sich auch bei ihnen. Sie hatten daher Vieles, was sie blos einer Tradition zuschreiben konnten, durften jedoch die rabbinische nicht annehmen und mußten daher immerhin für sich eine Lradi-

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