Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Journal
- Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Volume
- 1836
- Issue
- Heft 1
- Article
- Karäische Litteratur [Rezension]
- Date
- 1836-01-01
- Page
- Seite 102 (sequence 10)
- Language
- German
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102 R e r e v s i v o e n. gehabt, daß die reine ursprüngliche Lehredie bis dahin bei allen Gelehrten gleich war , nunmehr mit dem Absterben der Gelehrten auch fast vergessen worden und es darauf Simon ben Schetach, der, im Widerspruche mit der talmudischen Relation (Berachoth 48 s. ^), nach Egypten gestyhen, gelungen sei, nach seiner Willkühr umzuändern, was denn später Alles auf Rechnung einer erdichteten Tradition geschrieben worden fei. Aber ein anderer Gelehrter, Juda ben Tabbai, sein Zeitgenosse (Aboth I, 8, Chagkgah 10 a, vgl, Jerusch, das,), soll die reine Lehre erhalten und, ungeachtet des politischen Uebergewichtes des Simon ben Schetach, als Schwagers des Regenten, unter eine kleine Zahl verbreitet haben. Diesesfreilich widerstreitet ganz und gar der talm« Ansicht, nach welcher Juda ben Tabbai gerade in einem Falle etwas voreilig entschieden hatte, um den Ssducäern entgegenzuwirken, und im vorliegenden Falle von seinem Unrechte durch Simon ben Schetach belehrt, sich vorgenommen habe, nie ohne Zuziehung desselben zu entscheiden (Chagkgah 16 6, j. Sanhedrin Cap, VI,) So schwach ist nun die geschichtliche Stütze, auf die sich die Karäer lehnen, die sie aber ganz ohne Verdacht dagegen immerfort von Groß bis Klein wiederholen (Nr. 1. Cap. Z»; hast Cap. 6.; das. Cap. 8. nach der Erzählung des Khaleb Aba, eines Schriftstellers am Ende des 15. Jahrhunderts, wo aber merkwürdiger Weise Juda ben Tabbai's nicht Erwähnung geschieht, hingegen der Regent richtig mit dem Namen Johanan Hyrkan belegt wird; *) Auch Zmlsch. daselbst u. Midrasch Mheketh VH, 11 verstehn offenbar unter ^)-WloS; sich verbergen.