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Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie · 1836-01-01 · Heft 1 · p. Seite 90

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Journal
Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
Volume
1836
Issue
Heft 1
Article
Der Kampf christlicher Theologen gegen die bürgerliche Gleichstellung der Juden
Date
1836-01-01
Page
Seite 90 (sequence 13)
Language
German
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9l) V. Der Kampf christlicher Theologen wenn sie die sieben noachidischen Gebote (welche übrigens, wie bekannt, beinahe gänzlich blose moralische Naturgebote sind) als von Gott gegeben betrachteten und beobachteten, war selbst Karo unbekannt. Aber diese Annahme verwirft Maim. später selbst in dem schönen Briefe an Chisdai Hallevi, woselbst er sagt: "Du fragst über die andern Confesstonen? Wisse, Gott der Barmherzige verlangt das Herz; nach dessen Gesinnung richtet sich das Urtheil. Deßhalb sagten auch unsre Lehrer: Die Frommen andrer Confesstonen werden selig, d. h. Diejenigen, welche von der Erkenntniß des Schöpfers begriffen haben, was zu begreifen ist und sich gute Sitten angeeignet haben. Es ist unzweifelhaft, daß wer feine Seele ausgerüstet hat mit Wohlgestttetheit und mit der rechten Weisheit im Glauben an Gott, gewiß zu Denen gehört, welche des ewigen Lebens theilhaftig sind. Deßhalb sagen auch unsere Lehrer: auch ein Nichtisraelite, der sich mit der Lehre Moses' beschäftigt, ist gleich dem Hohepriester; das Wesen und^der Zweck der mosaischen Lehre aber ist nur, die Seele für Gott einzuweihen, wie David sagte: ich stelle Gott immer mir gegenüber, deßhalb weiche ich nicht von meinem rechten Wege u. s» w." — Bedarf es irgend einer deutlicheren Anerkennung aller anderen Religionen? und kann irgend eine, welche die Gewißheit hat, die Grundpfeiler alles religiösen Lebens vollkommen in sich ausgebildet zu haben, das Iudenthum in Verdacht haben, von ihm verpönt zu werden? Wenn die eigne Religion als vorzüglich geeignet betrachtet wurde und wird, die Anforderungen zur Erlangung der Seligkeit in sich auszubilven: so kann nur der höchste Unverstand Dies tadelnswertst finden. Mag aber auch die Er-

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