Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Journal
- Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Volume
- 1836
- Issue
- Heft 1
- Article
- Der Kampf christlicher Theologen gegen die bürgerliche Gleichstellung der Juden
- Date
- 1836-01-01
- Page
- Seite 81 (sequence 4)
- Language
- German
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gegen d. bürgerl. Gleichstellung den Juden. 81 Mahnung seines Vaters, sich dm ihm hülfreichen Juden, dankbar zu erweisen, nachzukommen, diesen aus voller Dankbarkeit das höchste Gut, die Annahme des Chris stenthums, anbot, auf dessen Ablehnung aber die Strafe der Verbannung setzte —; oder man betrachtete, aus fester Ueberzeugung, daß man im Besitze der Wahrheit sei, aus dem vollen Bewußtsein, daß Niemand ohne dies sen Besitz fromm und tugendhaft sein könne, alle Ans deren als Auswürflinge. Dies lag im Geiste der Zeit, und wir wollten unser Zeitalter segnen, wenn es diesen Unhold gänzlich aus sich ausgestoßen hätte» Zeigte sich ja diese Gesinnung nicht blos gegen Juden! Was sprach man von Mohammed und denen, die an ihm hielten? Er ein Lügenprophet, ein abgefeimter Gleisner, ein verrückter Schwärmer, ein unverschämter Plagiator u. dgl.; seine Bekenner die zügelloseste Rotte, ausschweifend, räuberisch, verworfene Söhne der Wüste. Wir brauchen nicht in sehr ferne Zeiten hinaufzusteigm, um diese Urtheile zu hören; wir können sie noch beim neuesten Uebersetzer des Korans, Wahl, am Schluffe des vorigen Decennkums hören. Die Mohammedaner bleiben ihrerseits nicht zurück, und Giaur, Christenhunde, ist allerdings keine sehr ehrenvolle Benennung. Daß man freilich nun deßhalb sich nicht gegenseitig die Bürgerrechte beschränkte, hatte blos einen Grund, näms lich den, daß, man nicht konnte. Als aber in der letzten Zeit friedlichere Beziehungen zwischen den zwei Glaubensparteien sich bildeten, von denen die eine die Aufforderung in sich hat, den eignen Glauben über alle Welt hin zu verbreiten, — die andre aber das Gebot erhallten hat, das Schwert nicht in die Scheide zu stecken, 6