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Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie · 1836-01-01 · Heft 1 · p. Seite 69

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Journal
Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
Volume
1836
Issue
Heft 1
Article
Grundlehren des israelitischen Glaubens
Date
1836-01-01
Page
Seite 69 (sequence 2)
Language
German
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IV. Grundlehren des israelitischen Glaubens» 69 führlichkeit zu beweisen, daß innere Frömmigkeit den religiösen Werth jeder Ritualhandlung bedingt, und daß ohne sie auch die pünktlichste.Befolgung aller mosaischen Gebote dem Leben keinen israelitisch-religiösen Charakter gkebt, da uns keine Wahrheit öfter als diese von den Propheten in Erinnerung gerufen wird. Der Glauben an Gott wird uns nirgendwo bei Androhung ewiger Verdammm'ß geboten oder als eine eigentliche Pflicht auferlegt, sondern als etwas bei einem nicht zerrütteten Geiste Natürliches vorausgesetzt und wohl auch hie und da durch Vernunftgründe gestärkt. Die Wahrheit, daß sich Gott durch Moses offenbart habe, wird, der Natur der Sache gemäß, als eine unläugbare historische Thatsache erzählt, welche die Generation, an die Moses sich unmittelbar wendet, selbst erlebt hat. Es wird ihr natürlich nicht befohlen, das zu glauben, was sie mit eignen Augen gesehen haben soll; hingegen aber wird es ihr zur höchsten Pflicht gemacht, dieser Thatsache eingedenk zu sein und ihre Nachkommen von ihr zu unterrichten. Ob übrigens eine aus reiner Gottesfurcht ausgeübte rituelle Handlung, wie Maimonides anzunehmen scheint, ihren religiösen Werth verliere, wenn der Ausübende nicht glaubt oder nicht weiß, daß Gott sie durch Moses ans befohlen, läßt sich weder aus dem Pentateuch noch aus dem Talmud ermitteln» §. 1L Wenn das Hinblicken auf Gott eine menschliche Handlung, die damit verbunden ist, heiligen soll, so muß die Vorstellung, die man sich dabei vom allerhöchsten Wesen macht, wo nicht eine dem erhabenen Gegen-

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