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Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie · 1836-01-01 · Heft 1 · p. Seite 47

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Journal
Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
Volume
1836
Issue
Heft 1
Article
Beiträge zur Beurtheilung des Talmuds
Date
1836-01-01
Page
Seite 47 (sequence 26)
Language
German
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II. Beiträge zur Beurteilung des Talmuds. 47 zwei Brüder gleichzeitig gelebt haben müssen, und daß daher daö Gebot nicht anwendbar ist, wenn ein Brüder schon gestorben war, ehe der andere zur Welt gekommen ist; auch daß hier nur von Brüdern von väterlicher Seite die Neve ist, was aber freilich nur auf eine sehr gezwungene Weise aus dem Texte hergeleitet werden kann (Jebamoth, 17 b). 10) In dem Abschnitte Num. 27, 6 — 12 über die Erbfolge bleiben mehre Fragen unentschieden, z. B» ob die Väter die Söhne erben. Enthalten nun die Vorschriften des Pentateuchs nicht die nöthigen Keime zu einem vollständigen Civilrechte, so scheint auch die mündliche Ueberlieserung, oder, was hier noch ergiebiger sein könnte, der herkömmliche Rechtsgebrauch hier so wenig das Mangelhafte ergänzt zu haben, daß die Talmudisten über sehr wesentliche Fragen in Zweifel waren» 11) Levit. 12, 3 wird befohlen, die BeschNeidung der neugebornen Knaben am achten Tage vorzunehmen, aber nicht gesagt, wie es zu halten sei, wenn der achte Tag auf einen Sabbath fällt, ob die Beschneidung zu verschieben sei oder nicht. Es geht indessen aus dem Umstande, daß der Opferdienst im Tempel am Sabbathe regelmäßig gehalten wurde, klar hervor, daß bei gottesdienstlichen Handlungen der Sabbath kein Hinderniß ist. Auch der Talmud (Sabbath, 132 u) gründet sich hier nicht auf Tradition, selbst nicht auf den Gebrauch, dem man doch bei einer Frage dieser Art natürlich die Entscheidung überlassen konnte, sondern schließt aus der Bestimmtheit, mit welcher das Gebot ausgesprochen wird, daß die Beschneidung in der Regel auch am Sabbathe vorzunehmen ist.

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