Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Journal
- Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Volume
- 1836
- Issue
- Heft 1
- Article
- Beiträge zur Beurtheilung des Talmuds
- Date
- 1836-01-01
- Page
- Seite 46 (sequence 25)
- Language
- German
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46 II. Beiträge zur Beurtheilung des Talmuds. den Israeliten üblich waren, beibehalten wurden. Auch ist es nicht unwahrscheinlich, daß dieselben sich bis zu den , Zeiten der Talmudisten mit leichten Modifikationen erhalten haben (s. Lhariag Geb. 48). 8) Levit. 21, 9 wird über die Tochter eines Priesters, die unzüchtig lebt, die Todesstrafe durch das Feuer ausgesprochen, aber nichr erklärt, ob von einer Verheiß ratheten oder einer Braut oder einer ganz Ledigen die Rede sei. Nach einer natürlichen Auslegung bezieht sich diese Vorschrift vorzüglich auf eine ganz ledige Jungfrau, da Verheirathete und Verlobte in diesem Falle, auch wenn ihre Väter keine Priester waren, hingerichtet wurden, Verlobte sogar mit einer Todesart, welche, nach einer Meinung, die härteste ist und für die Tochter eines Priesters nicht geschärft werden konnte. Der Talmud (Sanhedrin 50 6 ff.) war über diesen Punkt so wenig im Besitze einer Tradition, daß sich drei ganz verschies dene Meinungen darüber aussprechen: nach einer Meinung bezieht sich die Vorschrift blos auf Verlobte, nach i einer zweiten blos auf Getraute und nach einer dritten auf Verlobte und Getraute zugleich. : 9) Deuteron. 25, 5 heißt es: Wenn Brüder zusammenwohnen, und einer von ihnen stirbt . und hat keinen Sohn (nach dem Talmud kein Kind), so soll die Frau des Verstorbenen nicht hinaus heirathen, einen Fremden.... Es wird hier! nicht gesagt, was zusammen wohnen heiße, ob das Wohnen in einem Hause oder in einer Stadt oder in einem Lande, oder ob etwa eine engere Verbindung darunter zu verstehen sei. Der Talmud schließt daraus, aber, l wie es scheint, durch natürliche Interpretation, daß die -